Eiselen (Ernst Wilh. Bernh.), ein um Vervollkommnung des deutschen Turnwesens hochverdienter Mann, geb. 27. Sept. 1793 zu Berlin, wo sein Vater als Bergrat lebte. Er besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster und wurde hierauf Bergeleve in Berlin. Als Jahn seine ersten Versuche zur Einführung des Turnens unternahm, fand sich auch E. unter seinen Schülern ein und ward bald einer der tüchtigsten und fachkundigsten Turner. Auch gehörte er gleichzeitig einer Gesellschaft tüchtiger Fechter an. Ein mit vielem Beifall aufgenommenes System für das Hiebfechten, welches jene Gesellschaft aufstellte, bildete E. in der Folge weiter aus und verbreitete es durch Unterricht. Als 1813 alle waffenfähigen Turner ins Feld zogen, ging auch E. nach Breslau und trat in das Lützower Freikorps. Wegen Kränklichkeit sah er sich jedoch genötigt, wieder auszutreten, und Jahn bewog ihn, nach Berlin zurückzukehren, um daselbst während des Kriegs die Leitung des Turnplatzes zu übernehmen. Dies wurde die Veranlassung, daß er sich ganz dem Turnfache widmete. Er wurde daher nach Jahns Rückkehr aus dem Kampfe dessen Gehilfe und Mitlehrer und gab auch mit demselben 1816 die «Deutsche Turnkunsto heraus. Als 1819 die Turnplätze geschlossen wurden, trat er als Lehrer der Mathematik, der Erdkunde und Geschichte in das Plamannsche Institut. Im J. 1825 gestattete man ihm einen Fecht- und Voltigiersaald für Studierende einzurichten. Seiner Beharrlichkeit gelang es jedoch erst 1827, von der Behörde die Erlaubnis zu erringen, eine öffentliche Turnanstalt wieder in Berlin zu begründen. Aus derselben gingen zahlreiche Schüler hervor, die als Turnlehrer seine verbesserte Methode und seine Erfindungen überallhin verbreiteten. Neben seiner praktischen Thätigkeit als Lehrer wirkte er auch durch Schriften, die noch gegenwärtig Interesse bieten. So verfaßte er Die Hantelübungen⸗ (Berl. 1833), «Turntafelno (Berl. 1837), Merkbüchlein für Anfänger im Turneno (Berl. 1838), «lüüber Anlegung von Turnplätzen und Leitung von Turnübungeno» (Berl. 1844), «Abbildungen von Turnübungeno (Berl. 1845), «Das deutsche Hiebfechtend (Berl. 1816), «Abriß des deutschen Stoßfechtenso (Berl. 1826) und anderes. Er starb 22. Aug. 1846 zu Misdroy auf Wollin.