Eiselen (Joh. Friedr. Gottfr.), verdienter Lehrer der Staatswirtschaft, geb. 21. Sept. 1785 zu Rothenburg an der Saale, erhielt seine Bildung in Berlin auf dem Friedrichsgymnasium und seit 1805 auf der Universität zu Erlangen, wo er Theologie studierte, aber zur Philosophie hingezogen wurde. Nach Vollendung seiner Studien ward er Erzieher des ältesten Sohnes des Grafen Arnim von Boitzenburg. Aus dieser Stellung brachte ihn der Befreiungskrieg, an dem er 1813 und 1814 als Freiwilliger teilnahm. Das Bedürfnis, sich die neuere Geschichte durch das Studium der polit. Wissenschaften zugänglich zu machen, führte ihn letztern bald ganz zu. Nach dem Frieden habilitierte er sich als Privatdocent in Berlin und wurde 1820 außerordentlicher, 1821 ord. Professor der Staatswissenschaften in Breslau. Seit 1829 wirkte er in gleicher Stellung an der Universität zu Halle. Später erhielt er den Titel eines Geh. Regierungsrats; auch ward er 1852 vom akademischen Senat zum Mitgliede des Herrenhauses erwählt. Er starb zu Halle 3. Okt. 1865. Unter seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind die bedeutendsten: „Grundzüge der Staatswirtschaft oder der freien Volkswirtschaft und der sich darauf beziehenden Regierungskunsto (Berl. 1818), Handbuch des Systems der Staatswissenschafteno (Bresl. 1828), mehr ein Werk der philos. Spekulation als der praktischen Politik, «Die Lehre von der Volkswirtschaft in ihren allgemeinen Bedingungen und in ihrer besondern Entwickelungo (Halle 1843). Von Jakobs «Staatsfinanzwissenschafto besorgte er eine neue, sehr vermehrte Ausgabe (Halle 1836). In dem Werke «Der preuß. Staato (Berl. 1862) gibt E. eine Darstellung einesteils der geschichtlchen Entwickelung, andernteils der neuern natürlichen, sozialen und polit. Verhältnisse des preuß. Staats. Hervorzuheben ist noch seine 4Geschichte des Lützowschen Freikorpsy (Halle 1841).