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ReligionBrockhaus 1882

Eisenacher Konferenz heißt die Versammlung von Abgeordneten der obersten evang. Kirchenbehörden fast aller deutscher Landeskirchen (sterreich nimmt auch nach 1866 noch Teil, Mecklenburg-Schwerin ist zurückgetreten), welche seit 1852 anfangs jährlich, seit 1854 jedes zweite Jahr in Eisenach usammenkommen. Sie will cauf Grundlage des kenntnisses wichtigere Fragen des kirchlichen Lebens in freiem Austausch besprecheno, und aunbeschadet der Selbständigkeit jeder einzelnen Landeskirche ein Band ihres Zusammengehörens derselbeno und edie einheitliche Entwickelung ihrer Zustände forderno. Wegen der Verschiedenheit der Richtungen konnten nur Fragen des äußern kirchlichen Lebens zur Besprechung kommen. Von Bedeutung ist, daß sie die Anregung gegeben hat zu einer Revision der Lutherschen Bibelübersetzung. Auch hat sie beraten über Einführung eines gemeinsamen Bußtags, über gleichzeitige Feier des Reformationsfestes, über Kirchenvisitationen, über gegenseitige Anerkennung der Zeugnisse für die Anstellung von Geistlichen, über einen allgemein anzuerkennenden Text des Lutherschen Katechismus, über ein allgemeines Gesangbuch und Choralmelodienbuch u. dgl. m. Als gemeinsames Organ der evang. Kirchenbehörden erscheint auf ihre Anregung das «Allgemeine Kirchenblatt für das evang. Deutschlando, herausg. von C. Moser (Stuttg., seit 185²).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 855Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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