FeedEkbatäna
GeschichteBrockhaus 1882

Ekbatäna, auch Agbatana, aus dem altpers. Hagmatäna (wörtlich Vereinigung, woraus auch die alttestamentliche Namensform Achmata), neupers. Hamadan, heißt bei den Griechen die Reichshauptstadt Mediens, welche an der Stelle des heutigen Hamadan (s. d.), unfern des Berges Elwend 10 sich auch pers. Inschriften von Darius finden), ag. Da die neuere Stadt auf den Trümmern der alten erbaut ist, haben daselbst bis jetzt noch keine Ausgrabungen stattfinden können. Nach den Berichten des Herodot wählte Deioces (710 - 657 v. Chr.), der Begründer des Medischen Reichs, E. zum Sitz seiner Herrschaft und umgab die Stadt mit einer Wehr von sieben, durch die Farbe unterschiedenen Mauern, von denen die abensel 250 Stadien (48 Km) im Umfang gehabt haben soll. In der Burg, die sich innerhalb der siebenten Mauer befand, standen der Sonnentempel und der königl. Palast von 7 Stadien (1350 m) Umfang, zu welchem nur Cedern⸗ und Cypressenholz (wie in den assyr. Palästen) benutzt und alle Decken und Säulen mit Gold und Silber belegt waren. Noch nach den Plünderungen der Stadt durch Alexander d. Gr. und Seleukos I. lperoratt fand Antiochus d. Gr. (210) die mit Silberplatten belegten Dächer vor. Die — erhoben E. zur Sommerresidenz. Viele altpers. Antiquitäten werden noch gegenwärtig zu Hamadan gefunden. Die Juden in Persien halten diese Stadt für das Susa der Bibel, weshalb zu Hamadan auch ein Grabmal der Esther und des Mardochai gezeigt wird. Eine andere Stadt E. lag in der Landschaft Atropatene (Aserbeidschan), von welcher sich noch bedeutende Ruinen (von den Persern Tacht-i-Suleiman, d. i. Salomonsthron, genannt) finden, und die mit Unrecht von einigen Gelehrten für die alte Hauptstadt des Mederreichs gehalten wird. Ein drittes E., E. Magorum, der Magier, lag an der Ostgrenze der Persis.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 924Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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