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GeschichteBrockhaus 1882

Deioces (medisch Dayaukku) „nach Herodot der Gründer der medischen Dynastie, die 150 Jahre (710 —560) Medien regierte, bis die Perser unter Cyrus der medischen Herrschaft ein Ende machten. Der Aussage des Herodot gemäß machte D., des Phraortes Sohn, sich unter seinen verwilderten und gesetzlosen Landsleuten durch seine richterliche Befähigung bekannt, diese benutzte er dazu, sich zum König wählen zu lassen, als seine Weigerung, ferner noch durch sein Richteramt seinen eigenen Geschäften zu schaden, das Land wieder in die frühere Anarchie zurückgeworfen hatte. Er schuf aun kf eine Armee und baute die Hauptstadt Ekbatana (s. d.), die er mit sieben Mauern verschiedener Farbe umab. Er verschloß sich dann in seinem Palaste, ließ ich vor nieman 1e und ließ Recht sprechen durch Befehle und Regeln, die er aufstellte. Er soll dann nach 53jähriger Regierung gestorben sein. Nach dieser Angabe fällt seine Regierung von 716 —657 v. Chr. Ihm folgte sein Sohn Phraortes, der zuerst die Perser unterwarf. Doch kommt der Name Dayaukku schon vor diesem D. in den assyr. Texten vor: er bedeutet „Gesetzgebero. Diodor nennt, nach Ktesias, denselben König Artäus, sowie er auch für die folgenden Könige nicht die Namen Herodots, Phraortes, Cyaxares und Astyages, sondern die Namen Artynes, Astibaras und Aspandas hat. Dieses sind aber nur die pers. Ubertragungen oder der Sinn der Namen, die der medischen Dynastie in der medischen Sprache eigen sind, während die Herodotischen Namen, die sich in den Keilinschriften wiederfinden, die Arianisierung der ursprünglichen turanischen Namen Dayaukku, Pirruvartis, Vakistarra und IstuveguKenthalten. Diese medische Dynastie, die D. gestiftet, war nicht arisch, und ihr gehört die Sprache an, die später den Persern wichtig genug erschien, um in ihren dreisprachigen Inschriften nach der pers. und vor der assyr. Sprache zu figurieren. Die Ansicht, in den verschiedenen medischen Königslisten verschiedene Untersatrapendynastien zu erkennen, ist schon wegen der übereinstimmenden Regierungsjahre unstatthaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 1Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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