Ekhof (Hans Konr. Dietrich), berühmter Schauspieler, von seinen Zeitgenossen der deutsche Roscius genannt, wurde 12. Aug. 1720 zu Hamburg geboren. Er verließ den Dienst als Schreiber bei dem schwed. Postkommissar zu Hamburg und kam nun nach Schwerin zu einem Advokaten, welcher eine ansehnliche Bibliothek vorzüglich theatralischer Schriften besaß. Durch fleißiges Lesen in denselben ward in E. der Gedanke erweckt, Schauspieler zu werden. Er ging darauf 1739 zur Schönemannschen Gesellschaft und debütierte 15. Jan. 1740 als Xiphares (in Racines «Mithridato) in Lüneburg. Bis 1757 begleitete er diese Truppe auf ihren Fahrten, begründete bei ihr eine theatralische Akademie und war auf die Direktion einflußreicher als Schönemann selbst. Im J. 1757 kam er in Danzig zur Schuchschen Gesellschaft, übernahm dann selbst mit andern einige Zeit die Schönemannsche Gesellschaft, die er in Lübeck an Koch abtrat, um nun bei diesem bis 1764 zu spielen. Sein nächstes Engagement führte ihn zu Ackermann, dann wurde er hervorragendes Mitglied des durch Lessings Dramaturgie berühmt gewordenen Nationaltheaters in Hamburg und gehörte seit 1769 der Seylerschen Gesellschaft an, die er 1774 verließ, um Mitdirektor des Hoftheaters zu Gotha zu werden, wo er 16. Juni 1778 starb. Ohne ein Muster unter den damaligen Schauspielern vor sich zu haben, mußte er alles durch sich selbst und aus sich heraus schaffen, und so wurde er, indem er seinen Leistungen den Stempel der Originalität, der gründlichsten Charakteristik und der wunderbarsten Han ein Mue aufdrückte, für alle seine Kunstgenossen ein Muster und der eigentliche Schöpfer der deutschen Bühnenkunst. Gleich stark im Tragischen wie im Komischen, besonders in den Golbonischen und Moliereschen Stücken, wußte er seine körperlichen Fehler so zu verdecken, daß man selten etwas davon wahrnahm. Große Kenntnis des menschlichen Herzens und der Sitten jeden Standes, Feuer und Korrektheit der Deklamation, bodenG. Aktion und treffendes Geberdenspiel erhoben E. zu einem der ersten dramatischen Künstler. Die kompetentesten Kritiker seiner Zeit, Lessing, Goethe (nach diesem der einzige tragische Schauspieler Deutschlands), Schröder, Meyer, Schink, Iffland, Engel und Kotzebue, stimmten im Urteil über die wunderbaren Wirkungen seines Spiels überein. Im Tragischen galt seine tief erschütternde Darstellung des Odoardo als seine beste Leistung. Zugleich war aber E. auch von einschneidendster Bedeutung als Vorbild und Lehrer, durch seine Bemühungen um die sittliche Hebung seines Standes und dessen materielle Sicherheit. Seine litterarischen Leistungen beschränken sich fast nur auf übersetzungen, Gedichte u. s. w. Vgl. Uhde, «Konrad Eo (im Neuen Plutarch v, Bd. 4, Lpz. 1876). Exklesia (grch. αννποιν) hieß in Athen die Volksversammlung, d. h. die Vereinigung aller im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen attischen Bürger vom 20. Altersjahre an, welcher die souveräne Entscheidung über alle durch den Rat (die Bule) vorbereiteten und an sie gebrachten oder auch durch eigene Initiative aus dem Kreise der versammelten Bürger angeregten Angelegenheiten der innern und äußern Politik (Krieg und Frieden, Bündnisse und Verträge, Gesandtschaften, Ehrenbezeigungen an einzelne und Korporationen), des öffentlichen Kultus, der Finanzen und der Gesetzgebung, die Wahl der Beamten (soweit solche nicht durchs Los bestimmt wurden), Erledigung etwaiger Beschwerden gegen diese u. dgl., in gewissen Ausnahmefällen (bei den sog. Eisangelien auch richterliche Entscheidung) zustand. Die Einrichtung, daß innerhalb bestimmter Zeiträume regelmäßig solche Versammlungen stattfanden, wird auf Solon zurückgeführt. Mit der deluurder Demor Wirkungskreises durch die Entwickelung der Demokratie wurde die Zahl derselben vermehrt, sodaß zur Zeit der höchsten Blüte der demokratischen Verfassung vier regelmäßige Ekklesien in jeder Prytanie, d. h. innerhalb der in einem Gemeinjahre 35—36, in einem Schaltjahre 38—39 Tage umfassenden Amtsdauer einer der 10 Abteilungen, in welche der Rat nach den 10 Phylen geteilt war, also 40 im Jahre stattfanden, von denen jede ihren bestimmten Geschäftskreis hatte. Dazu kamen noch in dringenden Fällen außerordentliche Versammlungen, welche meist von den obersten Beamten des Kriegsdepartements (den Strategen) einberufen wurden. Das Lokal dieser Versammlungen war seit alter Zeit die Pnyx (s. d.), ein weiter, durch Schranken abgegrenzter Platz, an deren Eingängen 6 Lexiarchen mit 30 Gehilfen die Kontrolle übten. Wahrscheinlich erhielt jeder zur Teilnahme an der Versammlung Berechtigte beim Eintritt eine Marke, gegen deren Vorzeigung ihm nachher in den Zeiten, wo überhaupt den attischen Bürgern eine Geldentschädi-Haite (Sold, uiod6s) für die den Staatsangelegenheiten geopferte Zeit ausbezahlt wurde, der Versammlungssold (Ekklesiastikos misthos, früher 1 Obolos, später 3 Obolen) ausbezahlt wurde. Anstatt der unbequemen und abgelegenen Pnyr wurden besonders seit der macedon. Zeit lieber die bequemen Räume des Dionysischen Theaters am Südostabhang der Akropolis, bisweilen auch andere Lokale selbst außerhalb der Stadt (z. B. im Piräus) zur Abhaltung der Versammlungen benutzt. Der Beginn der Versammlungen wurde durch ein auf der Agora sichtbares Zeichen (wahrscheinlich Aufziehen einer Fahne) angezeigt. Sie begann regelmäßig früh am Morgen mit einem Reinigungsopfer und einem vom Herold gesprochenen Gebet; darauf trug der Vorsitzende oder ein anderer Referent die Anträge (PProbuleumata, d. i. Vorbeschlüsse) des Rats vor und wenn die Versammlung durch Procheirotonie (vorläufige Abstimmung) beschlossen hatte, auf die Verhandlung darüber einzutreten, so wurde die Debatte eröffnet, bei welcher nach alter, aber zur macedon. Zeit bereits antiquierter Sitte die über 50 J. Alten den Vorrang hatten. Nach Schluß der Debatte wurde über jeden Antrag einzeln durch Erheben der Hände (Cheirotonie) abgestimmt. Der Schluß der Versammlung mußte jederzeit vor Sonnenuntergang, sonst auch bei plötzlich eintretendem Regen, Gewitter u. dgl. erfolgen; war die Tagesordnung nicht erschöpft, so wurde die Versammlung auf den folgenden Tag vertagt. Den Vorsitz in der Versammlung führte in der ältern Zeit der Epistateso, d. h. der Vorsitzende des geschäftsleitenden Ausschusses des Rats (der Prytanen); später wurden jedesmal neun Proedroiy aus der Zahl der übrigen nicht zum Ausschuß gehörigen Ratsmitglieder durchs Los ernannt, die wieder unter sich den Proedros erlosten. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung standen diesem eine Anzahl Polizeidiener (Toxotä, d. i. Bogenschützen) zu Gebote. Vgl. Schömann, „De comitiis Atheniensium libri III (Greifsw. 1819); Gilbert, Handbuch der griech. Staatsaltertümer » (Bd. 1, Lpz. 1881).