Elie de Beaumont (Jean Baptiste Armand Louis Léonce), ausgezeichneter franz. Geolog, geb. 25. Sept. 1798 zu Canon im Depart. Calvados, machte seine vorbereitenden Studien erst auf dem College Heinrichs IV., dann auf der Polytechnischen Schule und widmete sich hierauf seit 1819 auf der Ecole des mines dem Bergfache. Bereits seit 1821 machte er im Auftrage der Regierung metallurgische Reisen, besonders nach England, über die er teils in den Annales des minesv, teils in der sehr geschätzten KVoyage métallurgique en Angleterreo (mit Dufrenoy, Par. 1827; 2. Aufl., 2 Bde., Par. 1837—39, mit Atlas) Bericht erstattete. Nach der Rücktehr ward er 1829 Professor der Geologie an der Eeole des mines, 1832 am Collége de France, 1835 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und seit 1853 beständiger Sekretär derselben. E. starb 22. Sept. 1874 auf seinem Schloß Canon bei Caen. Schon 1825 begann E. mit Dufrénoy die geolog. Durchforschung Frankreichs, deren Ergebnisse er zunächst in zahlreichen Abhandlungen in den Annales des mines v5, den „Annales des sciences naturelleso, dem 4Bulletin géologiquer u. s. w. sowie in einer Reihe selbständiger Werke niederlegte. Dahin gehören die «Observations géologiques sur les diflerentes formations dans le système des Vosgesv (Par. 1829) und die KMémoires pour servir à une description géologique de la Francev (4 Bde., Par. 1833—38). Sein Hauptwerk jedoch bildet die Carte géologique de la France (mit Dufrénoy, 6 Blatt, Par. 1840; 2. Aufl. 1855, mit 2 Bdn. Text), die sowohl in wissenschaftlicher wie in technischer Beziehung ein Meisterwerk genannt werden kann. E. hat sich aber nicht allein als praktischer Beobachter, sondern auch durch scharfsinnige theoretische Kombination des Beobachteten berühmt gemacht. Besonders ist die Theorie der Erhebung der Gebirgszüge von ihm ausgebildetworden. Seine Ansichten darüber und über die verschiedene relative Erhebungszeit der hauptsächlichsten europ. Gebirgszüge, die er in 21 Erhebungssysteme teilt, hat er in mehrern Abhandlungen und auch in einer besondern Schrift: Reécherchés sur quelques-unes des révolutions de la surface du glober (Par. 1834), mitgeteilt. Seine spätern, mit Scharfsinn durchgeführten Ideen über die anscheinende Gesetzmäßigkeit in der Anordnung der Gebirgszüge auf der Erdoberfläche (Notice sur les systémes de montagness, Par. 1852) arteten jedoch in Phantasien aus.