Daubree (Gabriel 2060. 25. berühmter franz. Mineralog und Geolog, geb. 25. Juni 1814 zu Metz, besuchte von 1834 an die Polytechnische Schule in Paris, in deren Bergwerksabteilung er eintrat, und wurde 1838 zum Ingénieur des mines des Depart. Bas-Rhin, zugleich zum Vertreter der neugegründeten Professur der Geologie und Mineralogie an der Faculté des sciences zu Straßburg ernannt. Zu seinen frühesten Schriften gehören die „Description géologique et minéralogique du département du Bas-Rhino (Straßb. 1832), die über die Entstehung der eisenhaltigen Mineralien in Seen und Mooren, welche 1843 seitens der harlemer Gesellschaft der Wissenschaften durch Verleihung des Preises und einer goldenen Redaille ausgezeichnet wurde, ferner die über das Auftreten des Goldes im Rheinbett (1846), über die Erzlagerstätten Skandinaviens. Zugleich hatte er in Straßburg mit reichstem Erfolg die experimentelle Bahn betreten und unter anderm die künstliche Krystallisation von natürlich als Mineralien vorkommenden Sauerstoffverbindungen dadurch erzielt, daß er die Dämpfe von Metallchloriden und Wasser in einer glühenden Porzellanröhre aufeinander rea-I ließ. So gelang ihm die künstliche Darstelung des Zinnsteins, des Eisenglanzes, selbst des Quarzes, eine außerordentlich bedeutungsvolle Errungenschaft. Er wurde 1855 zum Ingénieur en chef des mines ernannt. Noch in die Periode des Aufenthalts in Straßburg fallen die denkwürdigen Versuche über die umwandelnde Kraft des überhitzten Wassers; D. vermochte dadurch eine ganze Reihe von Silikaten zu erzeugen, Thon in Glimmer, vulkanisches Glas in Trachytgestein, Tannen⸗ —5 in anthracitische Kohle umzuwandeln; seine bhandlung Etudes et expériences synthétiques sur le métamorphisme et sur la formation des roches cristallinesd (1860) wurde von der pariser Akademie mit dem Preise gekrönt, er selbst aber als Mitglied der Akademie nach Paris berufen (1861), wo er den Lehrstuhl für Geologie am Muséum d'histoire naturelle, im folgenden Jahre auch den für Mineralogie an der Ecole des mines erhielt. Am 24. Febr. 1867 wurde er zum Generalbergwerksinspektor von Frankreich, im Juni 1872 zum Direktor der Ecole nationale des mines ernannt. D. hat die experimentelle Untersuchung für die geolog. Lehren wie kein anderer neben ihm fruchtbar Rraft s und derselben schon zu einer Zeit seine Kraft gewidmet, als der Weg der Synthese und Nachbildung noch durch viele Vorurteile gehemmt war. Seine Versuche über die Meteoriten, über das polarmagnetische Platin, über die kapillare Infiltration des Wassers trotz Gegendruck, über die rammung und Zermalmung der Gesteine, die Entstehung von Sand und Schotter, über die Spaltenbildung in der Erdkruste, die transversale Schieferung, die Umwandlung von Serpentin in Olivin, die Beobachtungen über die in histor. Zeiten erfolgte Bildung von Schwefelmetallen undZeolithen haben dauernden Wert. D. hat gegen 130 größere und kleinere Spezialabhandlungen veröffentlicht, meist in den Comptes renduso der pariser Akademie, den Annales des mineso, dem Bulletin de la société géologiquev. Im J. 1879 erschien sein großes zusammenfassendes, das ganze Material verarbeitendes Werk Etudes synthétiques de géologie expérimentales (Paris; deutsch von Gurlt, Braunschw. 1880).