Brongniart (Alexandre), franz. Mineralog und Geognost, wurde 5. Febr. 1770 zu Paris geboren, machte sich schon frühzeitig als Schriftsteller bekannt und wurde 1797 zum Professor der Naturgeschichte an der Ecole centrale de quatre nations ernannt. Außerdem seit 1794 als Ingenieur beim Bergwesen, seit 1800 als Direktor der Porzellanfabrik zu Sevres angestellt, „Dire er 1818 die Stelle eines Ingenieuren-Chef der Bergwerke und 1822 die eines Professors der Mineralogie am Naturhistorischen Museum zu Paris und starb daselbst 7. Okt. 1847. Das Gebiet der mineralog. Wissenschaft betrat er mit dem Traité élémentaire de minéralogie avec des applications aux artso (2 Bde., Par. 1807), an den sich die IIntroduction à la minéralogies und das (Tableau méthodique et charactéêristique des principales espèces minéraleso (Par. 1824) anschlossen. Vorzügliches leistete er in der Geognosie, wo vor allem die mit Cuvier herausgegebene Description géologique et minéralogique des environs de Pariso (3. Aufl., Par. 1835) hervorzuheben ist, welche mit die Hauptgrundlage für bessere Kenntniß der neuern tertiären Gebirgsformatianen bildet. Auch gab er wertvolle geognost. Beobachtungen über den Bau der Apenninen und Alpen (1821 und 1823) und über die skandinav. Felsblöcke, welche . über die norddeutsche Ebene verbreiten (1828), sowie eine Menge hierauf bezüglicher anderer Abhandlungen er die Gesteine, welche die Erdrinde bilden, einesteils blos mineralogisch, ganz abgesehen von 5. in Lagerungsbeziehungen, dann aber wieder bloß in Hinsicht ihrer Lagerungsverhältnisse oder in der Art, wie sie Formationen bilden. In der ersten Hinsicht ist sein ESsai d'une classiflcation minéralogique des roches mélangéeso (Par. 1813) zu erwähnen, den er in «Classification et charactères minéralogiques des roches homogènes et hétérogeneso (Par. 1827; 3. Aufl. 1830) weiter ausgeführt. Ein vollkommenes System der Geognosie lieferte er in dem Tableau des terrains qui composent L'écorce du glober (Par. 1829; deutsch von Kleinschrod, Straßb. 1830), dem ein Tableau de la distribution méthodique des espèces minéraleso (Par. 1835) folgte. Als Direktor der Porzellanfabrik zu Sevres, die er durch Herstellung des keramischen Museums sowie 1827 durch Begründung eines Instituts für Glasmalerei erweiterte, fand er Veranlassung zu mehrern htenpor über das Kolorieren und Dekorieren des echten Porzellans (deutsche Bearbeitung von Voigt, Weim. 1846). Auch verfaßte er das Mémoire sur la peinture sur verren (Par. 1829) und den (Traité des arts cëramiques et des poterieso (2 Bde., Par. 1844; 2. Aufl. 1854), wonach Kypke das »Handbuch der Porzellanmalerei (Berl. 1846; 2. Aufl. 1861) bearbeitete. 574 Brongniart (Adolphe Théodo