FeedElio (Francesco Javier)
GeschichteBrockhaus 1882

Elio (Francesco Javier), span. Generalkapitän, geb. 4. März 1767, aus einer alten Familie von Navarra stammend, trat 1785 in die Militärakademie zu Puerto-Santa-Maria und wurde noch in demselben Jahre im Regiment Savoyen Offizier. Er nahm an dem Feldzuge gegen Marokko teil und zeichnete sich bei Ceuta aus, wurde später Adjutant des Generals Diego Godoi und machte in dieser Stellung den Krieg von 1793 bis 1795 mit. Im J. 1805 nahm er den Engländern Montevideo ab, wurde für diese Waffenthat General und erhielt den Posten des Gouverneurs von Montevideo, welches er erfolgreich verteidigte, als in Buenos-Ayres die Revolution ausbrach. Im J. 1811 bekämpfte er die Gauchos und wurde dann nach Spanien zurückberufen, wo er im Sept. 1812 den Befehl über die Armee von Murcia übernahm. E. marschierte von Alicante nach Neucastilien und vereinigte sich in der Mancha mit dem engl. Heere des Generals Hill. Zu Anfang des M 1813 stand er bei Murcia, erlitt im April durch Überfall bei Villena eine Schlappe, besetzte jedoch, nach Suchets Niederlage bei Vittoria, Valencia und eroberte mehrere feste Plätze in Araon. Verletzt durch die ungerechte Beurteilung eines Verhaltens bei Villena in den Cortes, ließ er sich im April 1814 zu einer Demonstration für König Ferdinand fortreißen, welche die polit. Ziele des Königs vorzeitig enthüllte, und machte sich als Generalgouverneur von Valencia durch Einführung der Tortur und massenhafte (über 300) Hinrichtungen verhaßt. Am 1. Jan. 1820 sollte E. im Theater ermordet werden, wurde jedoch gewarnt und ließ 13 der Verschwörer hinrichten. Nach dem Aufstande Riegos wurde E. verhaftet und, nachdem ein zu seiner Befreiung 30. Mai 1822 entstandener Aufstand der Artillerie zu Valencia unterdrückt worden war, vor ein Kriegsgericht gestellt, nach mehrmaliger Veränderung des Richterpersonals schließlich verurteilt und 11. Sept. 1822 erdrosselt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 54Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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