Elisabeth Christine, Prinzessin von Braunschweig-Bevern, Gemahlin Friedrichs d. Gr., geb. 8. Nov. 1715, ward mit diesem als Kronprinzen nach dem Willen des strengen Vaters 10. März 1732 verlobt und 12. Juni 1733 im Lustschlosse Salzdahlum bei Wolfenbüttel vermählt. Bis 1736 verweilte das junge Paar meist in Neu-Ruppin, von da bis zur Thronbesteigung in Rheinsberg. Es waren die glücklichsten Jahre in dem Leben der Fürstin. Sobald Friedrich König geworden war (1. Juni 1740), änderte sich ihr Los. Friedrich warf die Fesseln, die er im Gehorsam egen den Vater getragen, ab und entsagte einem amilienleben, das ihm aufgezwungen war, wiewol er niemals die Rücksicht und Hochachtung, welche der fleckenlose Charakter und die rührendhingebende Liebe seiner Gemahlin forderten, ihr —— Nur auf den Galafesten in Berlin pflegten sie sich zu sehen. Nach Schloß Schönhausen, wo sie residierte, ist Friedrich nie gekommen. C füllte ihre einsamen Tage mit eifriger Lektüre aus, auer Sinn für Natur und sammelte gern einen reis gleichgestimmter Freunde um sich. In spätern Jahren versuchte sie sich selbst nicht ohne Glück in Schriftstellerei. Außer mehrern Übersetzungen aus dem Deutschen ins Französische schrieb se: «Méditation sur les soins que la providence a pour les humains, ete.v (Berl. 1777), Réflexions pour tous les jours de la semaine v (Berl. 1777), „Réflexions sur b'éëtat des affaires publiques en 1778, adressées aux personnes craintives v (Berl. 1778), La sage révolutiono (Berl. 1779). Sie starb 13. Jan. 1797. Vgl. Preuß, «Friedrich d. Gr. mit seinen Verwandten und Freunden» (Berl. 1838); von Hahnke, 4E., Königin von Preußen, Gemahlin Friedrichs d. Gr.y (Berl. 1848).