FeedFriedrich I.
GeschichteBrockhaus 1882

Friedrich I., König von Schweden, Landgraf von Hessen, Sohn des Landgrafen Karl und seiner Gemahlin Marie Amalie von Kurland, geb. 28. April (alten Stils) 1676 zu Kassel, nahm an der Spitze hess. Hilfstruppen an dem Spanischen Erbfolgekriege teil und focht tapfer bei Höchstädt, Oudenaarde und Malplaquet. Bald nach dem Friedensschlusse kam er nach Schweden und vermählte sich 24. März 1715 mit Ulrika Eleonora, der jüngern Schwester Karls XII. Nach der Rückkehr Karls aus der Türkei folgte F. ihm auf dem Kriegszuge nach Norwegen, wo Karl fiel. Im folgenden Jahre (1719) ward die Prinzessin Ulrika Eleonora zur Königin erwählt; der Plan F.s, ihr als Mitregent zur Seite gestellt zu werden, mißlang zwar, als sie aber im Jahre danach der Krone förmlich entsagte, ward F. zum König erkoren, 24. März 1720. Die königl. Gewalt ward unter seiner Regierung immer mehr beschränkt; F. hegte nur für die Freuden des Fischens, der Liebe und der Jagd einiges Interesse. Seine Indolenz war so groß, daß er sich zuletzt, nur um die Mühe der Namensunterschrift zu ersparen, einen Namenstempel anfertigen ließ. Seine Gemahlin vernachlässigte er in rücksichtslosester Weise und verpflanzte die franz. Maitressenwirtschaft auf schwed. Boden. Seit 1730 war er auch Landgraf von Hessen, überließ aber die Regierung über sein Erbland ganz seinem Bruder Wilhelm. Er starb 25. März (alten Stils) 1751 zu Stockholm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 340Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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