FeedElisabeth (Pauline Ottilie Luise)
GeschichteBrockhaus 1882

Elisabeth (Pauline Ottilie Luise), Königin von Rumänien, geb. 29. Dez. 1843, Tochter des Fürsten Hermann zu Wied und der Fürstin Maria, Prinzessin von Nassau. Ihre erste Jugend verlebte sie am Rhein im Elternhause; sie zeichnete sich schon früh durch lebhafte dichterische Phantasie aus. Im J. 1861 kam sie auf kurze Zeit an den berliner Hof, wo sie ihren Gemahl, den jetzigen König Karl von Rumänien, kennen lernte. Sie vermählte sich mit demselben 15. Nov. 1869 und gebar ihm 1870 eine Tochter, die aber schon 1874 starb. Die Ehe ist seitdem kinderlos geblieben. Aus der tiefen Trauer um den Tod ihrer Tochter riß sie nur angestrengte litterarische Thätigkeit heraus. Veröffentlicht wurden zunächst zwei Dich-I „Sapphor und Hammerstein (als Manuskript gedruckt, Lpz. 1880), unter dem Pseudo7 Carmen Sylva. Dann folgten: „Stürmes (Bonn 1881), „Leidens Erdengang» (Berl. 1882), Lenssen (Lpz. 1882), «Ein Gebete (Berl. 1882), „Pensées d'une reines (mit einer Vorrede von Louis Ulbach, Par. 1882). Von ihren Ülbersetzungen sind viele in dem Bande Rumän. Dichtungen) pz. 1881), den sie mit Frau Mite Kremnitz zusammen veröffentlicht hat, erschienen. Im Kriegsjahre 1877—78 widmete sie den Verwundeten die aufopferndste Pflege. Seitdem war Königin E. für Hebung der Hausindustrie und sonstige Förderung nationaler Arbeit in wirksamster Weise thätig. Auch dem Unterrichtsfach wendete sie rege Teilnahme und Unterstützung zu. Vgl. Mite Kremnitz, «Carmen Sylvap (Bresl. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 58Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6