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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Elite (frz.) nennt man im allgemeinen das Auserlesene oder Beste in einer Sache. Unter der C. einer Gesellschaft versteht man die durch Stellung, Bildung und Talent ausgezeichnetsten Glieder derselben. Im Militärwesen bezeichnet man als Eliten die für besondere Zwecke aus den tapfersten und erprobtesten Soldaten zusammengesetzten Truppenabteilungen. Der Ausdruck ist modern, die Sache alt. Die frühern %%5 die heilige Schar der Thebaner, die Milliarkohorten der Legionen zur Zeit der röm. Kaiser waren Elitentruppen. Die Grenadiere der Infanterie, die Karabiniers der Kavallerie galten im 18. Jahrh. als E. der Heere. Elitenkompagnien wurden auch in Frankreich während des Revolutionskriegs gebildet und bei besonders gefährlichen Unternehmungen an die Spitze gestellt, bei der Linieninfanterie Grenadiere, bei der leichten Infanterie Voltigeurs. Napoleon IJ. bestimmte, daß jedes Bataillon zwei Elitenkompagnien habe, welche auf die Flügel gestellt wurden, die Grenadiere auf den rechten, die Voltigeurs auf den linken. Diese Anordnung hat in Frankreich lange bestanden, ist aber unter Napoleon III. fortgefallen. Abgesehen davon, daß Eliten leicht Eifersucht erregen und den Durchschnittswert der übrigen Truppenabteilungen beeinträchtigen, ist der Charakter des modernen Gefechts dem Prinzip der Eliten nicht günstig, sodaß selbst die Notwendigkeit der jetzt noch in fast allen Armeen bestehenden Jäger lLeneen Afg wird. Die Garden (s. d.) der neuern Armeen, die nach besonderer Auswahl rekrutiert werden, sind, wenn auch in anderm Sinne, als Elitentruppen anzusehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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