FeedEmannuel (Manuel) I.
GeschichteBrockhaus 1882

Emannuel (Manuel) I., König von Portugal, der Große, auch der Glückliche genannt, geb. 3. Mai 1469, bestieg als Enkel König Eduards, Neffe Alfons' V. und Geschwisterkind und Schwager Joanns II. nach des letztern Tode 1495 den portug. Thron. Eine seiner ersten Regierungshandlungen war die Zusammenberufung der Cortes, ohne welche er auch später nie etwas Wichtiges unternahm. Dann bereiste er persönlich die Provinzen, ordnete die Verwaltung und ließ ein Gesetzbu anfertigen, das unter seinem Namen bekannt ist. ugleich wurden Schulen fürs Volk und für höhere Bildung gegründet, ausgezeichnete Talente auf Reisen nach Deutschland und Frankreich gesendet und an seinem Hofe alle bedeutenden Künstler und Gelehrten versammelt. Der Volkshaß, der überall auf der Pyrenäischen Halbinsel gegen Juden und Mauren herrschte, fand in ihm einen fanatischen Führer; unermeßliches Elend brachten die Verfolgungen über die Verhaßten, denen selbst die Bekehrung keinen Schutz bot. Aber die Volkskraft nahm trotzdem unter ihm einen gewaltigen Aufschwung. Er sandte Vasco de Gama aus, um das Kap der Guten Hoffnung zu umsegeln und den Seeweg nach Indien aufzusinden; Cabral, um die Entdeckungen asco de Gamas weiter zu verfolgen, wodurch auch Brasilien angesegelt ward; und Corte Real, um das nördl. Amerika längs seinen Küsten zu untersuchen, während Amerigo Vespucci den na ihm benannten amerik. Continent an der brasil. Küste weiter aufhellte. Hierdurch und durch die großartigen Kämpfe unter Almeida und Albuquerque eröffnete E. Kanen Handelsflotten und dem zolonialwesen ein unermeßliches Feld. Bis in die malaiische und javanische Inselwelt erstreckte sich der Einfluß seiner Herrschaft, die hier, wie in Indien, Arabien und Persien, die Religion Mohammeds bekämpfte und mit allen ihren Feinden, den Hindus, Chinesen und den christl. Aethiopiern in Verbindung trat. Minder glücklich war er mit der Eroberung Marokkos. Als er 13. Dez. 1521 starb, befand sich Portugal nach innen und nach außen in dem blühendsten beSiotte Es besaß geordnete —. — eine große Flotte, starke Flahenden reiche rsenale, eine kriegerische Armee, blühenden Handel und Gewerbe, Gesetz und Verfassung und unermeßliche Kolonien. Seine Regierung lebt in der Geschichte fort als das goldene 4 Portugals. C. war in erster Ehe vermählt mit Isabella, der Tochter Ferdinands des Katholischen, in zweiter Ehe mit Maria von Castilien, der Schwester seiner ersten Gemahlin. Aus dieser Ehe stammten Johann, sein Nachfolger, und Isabella, die Kaiser Karl V. heiratete. Eine dritte Ehe schloß er kurz vor seinem Tode mit Eleonore von Ssterreich, der Schwester Karls V. marginiert (lat.), ausgerandet. Emath, der alte Name der Stadt Hamah (s. d.) in Syrien.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 94Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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