Emmeram oder Emmeran (der heilige), Verkündiger des Evangeliums in Bayern. Die Legende (in der zweiten Hälfte des 8. Jahrh. von Aribo, Bischof von Freising, überliefert) erzählt: E. war eben Bischof von Poitiers in Aquitanien geworden, als er gegen 649 auszog, um den Avaren das Cvangelium zu predigen. In Regensburg angekommen, ward er durch den Bayernherzog Theodo (etwa 640 —680) bewogen, in Bayern zu bleiben, um dort das Christentum fester zu begründen. Nach dreijähriger Wirksamkeit unternahm er eine Pilgerreise nach Rom, ward aber 22. Sept. 652 von des Herzogs Sohn Lantbert, drei Tagereisen von Regensburg entfernt, erschlagen. E. hatte nämlich der Tochter des Herzogs, Uta, die sich mit Sigibald, dem Sohn eines Gaurichters, vergangen, aus Mitleid gestattet, ihrem Vater ihn selbst als den Schuldigen zu nennen, und Lantbert, von E.s Schuld überzeugt, rächte die seiner Schwester zugefügte Schmach durch die Ermordung E.s. Wahrscheinlich fällt das Todesjahr C.s jedoch erst nach 700. Er ist also wohl im Auftrage der fränk. Könige nach Bayern gesandt worden, um die bayr. Kirche in Abhängigkeit von der fränkischen zu bringen. Nach Pipins Tod (714½ begab er sich nach Rom, um sich die päpstl. Legitimation zu holen, ward aber erschlagen. Seine Leiche wurde später in der St. Georgskirche zu Regensburg beigesetzt. Die Abtei St. Emmeran ist mit dem Bistum Regensburg gestiftet, doch trennte Bischof Wolfgang 994 Abtei und Bistum. Gegen Ende des 13. Jahrh. wurde das Kloster zum kaiserlich gefürsteten Reichsstift erhoben, 1803 fäkularisiert und zum Palast des Fürsten Thurn und Taxis umgebaut. Vgl. Quitzmann, «Die älteste Geschichte der Bayern bis zum J. 911 (Braunschw. 1873).