Empedökles, griech. Philosoph aus Agrigent in Sicilien, lebte 490—430 v. Chr. Er stand bei seinen Mitbürgern als Arzt, Vertrauter der Götter, Verkünder der Zukunft und Beschwörer der Natur in solchem Ansehen, daß er die gegen die bebestehende Demokratie gerichteten aristokratischen Restaurationsversuche mit größtem Erfolge bekämpfte, schlug jedoch die ihm dafür vom Volke angebotene Krone aus. Später, als er die Wankelmütigkeit der Volksgunst erfahren, 800 er als Sühnepriester und Magier in den Städten Unteritaliens umher und gewann einen solchen Nimbus des Wunderthätigen, daß sich an sein Leben und seinen Tod eine Reihe von Sagen anknüpften, von denen diejenige seines Todes durch den Sprung in den Aetna die bekannteste ist. In dieser priesterlichen Thätigkeit, welche Ind,Linte en dem pythagoräischen Bunde nahe stand, lehrte E. die Unsterblichkeit, die Seelenwanderung und den Monotheismus. Als Philosoph gehört er zu denjenigen, welche mit Annahme der eleatischen Seinslehre doch die Thatsache der Veränderung anerkannten und erklären wollten und deshalb alles scheinbare Entstehen und Vergehen als Mischung und Entmischung des mehrfach gedachten Seienden definierten. Dieses Seiende waren ihm die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft, Erde, deren wechselnde Vereinigung und Trennung er auf die Grundkräfte der Liebe und des Hasses zurückführt, deren Wirksamkeit einen periodischen Wechsel von Weltent-In seiner Lehre von der Weltentstehung ist namentlich eine dem Darwinismus verwandte Theorie des Ursprungs der Organismen hervorzuheben; unter seinen physik. Lehren die Zurückfhrung der Sinnesempfindung auf den Eindruck ausströmender und in die Poren des Leibes eindringender Teilchen der Gegenstände, sodaß überall nur Gleiches durch Gleiches wahrnehmbar sein sollte. Die Fragmente des E. gaben Sturz (2 Bde., Lpz. 1805), Peyron (mit denen des Parmenides, Lpz. 1810), Karsten (Amsterd. 1838) und Stein (Bonn 1852) heraus. Vgl. Lommatzsch, Die Weisheit des E.y (Berl. 1830); Panzerbieter, Beiträge zur Kritik und Erläuterung des E.» (Meining. 1844); Raynaud, De Empedokles (Straßb. 1848); Gladisch, „E. und die Agyptero (Lpz. 1858). E. ist der Held einer nach ihm genannten tiefsinnigen kulturphilos. Tragödie von Hölderlin (s. d.). treen (Empetréae), Pflansenfamilie aus der Gruppe der Dikotyledonen. Man kennt nur vier Arten, die teils in der nördlichen gemäßigten Zone, teils auch in den Hochgebirgen Südamerikas, nahe der Schneegrenze, und selbst in den Polarländern vorkommen. Es sind heidekrautartige Sträucher mit kleinen linealischen, meist etwas dicken Blättern und unansehnlichen Blüten, die aus einem vierbis sechsteiligen, blumenkronenartigen Perigon, zwei bis drei Staubgefäßen und einem mehrfächerigen Fruchtknoten mit kurzem Griffel bestehen; die Frucht ist eine kleine Steinfrucht. Empetrum I., Pflanzengattung aus der nach ihr benannten kleinen Familie der Empetraceen. Man kennt nur eine einzige Art, die in den Hochgebirgen der gemäßigten 3oné und außerdem auch innerhalb der kalten Zonen vorkommt. Es ist ein kleiner, niederliegender, reichverzweigter Strauch mit kleinen, axillar stehenden Blüten. Der Speziesname desselben ist E. nigrum L.; er kommt auch in Deutschland an einigen Stellen der höhern Gebirge vor. In Grönland werden die wacholderähnlichen Beeren als antiskorbutische Mittel gegessen, auch bereitet man dort ein weingeistiges Getränk daraus. Früher waren Kraut und Samen offizinell als Herba et Semen Empetri.