Ender (Joh. Nepomuk), Historien⸗ und Porträtmaler, geb. 4. Nov. 1793 zu Wien, besuchte die dortige Akademie, trat dann als Porträtmaler auf und erhielt bald viele Aufträge, namentlich von Personen des Hofs und der höhern Stände, denen seine elegante Weise zusagte und die auch die Kirchen auf ihren Gütern gern mit Altarblättern von seiner Hand schmücken ließen. Der ungar. Graf Szechenyi nahm E. 1818 mit auf eine längere Reise durch Griechenland und die Türkei, die dem Künstler eine reiche Ausbeute gewährte. Nach der Rückkehr nach Wien widmete er sich wieder dem Porträt, bis er 1820 als kaiserl. Pensionär der Historienmalerei nach Rom geschickt wurde. Sieben Monate blieb er in Florenz, wo er teils alte Meister kopierte, teils Bildnisse am großherzogl. Hofe ausführte. In Rom malte er heilige, biblische und mytholog. Scenen und lebensgroße Porträts, zeichnete auch viele Kartons, z. B. das 5 melange Blatt mit dem Einzug Christi in Jerusalem, welches vielen Beifall erhielt. Seine Judith galt für die Perle der wiener Kunstausstellung von 1824. Nachdem er 1826 in Paris zugebracht, ging er nach Wien zurück, wo er wieder im Porträtfach eine große Thätigkeit entfaltete und seit 1829 als Professor an der Kunstschule wirkte. Er starb 16. März 1854, nachdem er 1853 in den Ruhestand getreten. Seine letzte größere Arbeit war eine Freske der Kreuzigung in der Tirnaschen Kapelle des Stephansdoms. E. gehörte der ältern akademischen, süßlichen Kunstrichtung an.