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ErdkundeBrockhaus 1882

Endor, hebräische, ursprünglich wohl philistäische Stadt, jetzt ein ärmliches Dorf gleichen Namens am Nordabfall des Kleinen Hermon (Dschebel ed-Dachi), unweit Gilboa gelegen, ist namentlich bekannt als Wohnsitz jener Nekromantin (der Hexe von E.), von welcher 1 Sam. 28, 7 fg. berichtet wird. Als nämlich Saul im letzten Kriege gegen die Philister um so kleinmütiger zagte, weil er keinen Propheten auf Wrnt Seite hatte, beschloß er, der mosaischen Vorschrift zuwider, beim Schatten Samuels sich Rat zu erholen, und wendete sich deshalb verkleidet an ein Weib in E., das einen Wahrsagergeist hatte. Nach anfänglicher Weigerung verstand sich diese auch zur Citation, von deren Vorbereitung und nähern Umständen jedoch der Bericht schweigt. Beim Erscheinen Samuels erkannte das Weib angeblich erst den König als solchen und schilderte diesem, der von der ganzen Sache nichts sah, die Erscheinung so, daß er an der Gegenwart Samuels nicht zweiselte und ihm, das derer zur Erde gebückt, seine Not klagte. Allein der 3. Recchs Schatten verkündete ihm den Verlust des Reichs und nahen Tod, der auch in der folgenden Schlacht auf dem Gebirge Gilboa Saul und seine Söhne ereilte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 125Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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