Simson, einer der gefeiertsten Nationalhelden der alten Hebräer, gehörte nach der biblischen Überlieferung dem Stamme Dan an und war 20 ahre Richter in Juda. Die hebr. Sage weiß viel von seinen Heldenthaten im Kampfe mit den Philistern und seiner ungeheuern Körperkraft zu erzählen. So tötete er unbewaffnet einen Löwen, hob die Thorflügel in Gaza aus und trug sie auf einen Berg, band 300 Füchse mit den Schwänzen zusammen und brennende Fackeln daran und jagte sie in die Felder der Philister. Den Philistern ausgeliefert, zerriß er die ihm angelegten Fesseln und erschlug mit einem Eselskinnbacken 1000 seiner Feinde. Endlich erlag er der List der Delila, die ihm im Schlafe seine Haare, den Sitz seiner Stärke, abschnitt. Gefangen und der Augen beraubt, mußte er nun als Sklave in einer Mühle zu Gaza arbeiten. Nach einem Jahre bei einem Dagonfeste in den Tempel gebracht, waren seine Haare und mit ihnen seine Kräfte dermaßen wieder gewachsen, daß er die Säulen des Tempels niederriß und sich und die Philister unter den Ruinen begrub. Der Versuch, S. als den phöniz. Herakles, den Sonnengott, zu erklären, scheitert an konkreten Einzelheiten und den nationalen Motiven der Sage. Vgl. Roskoff, «Die