FeedGilboa
ErdkundeBrockhaus 1882

Gilboa hieß ein Gebirge Palästinas im Stammgebiete von Issaschar, an der Südostgrenze der Ebene Jesreel (Merdsch Ihn Amir), auf welchem der erste israel. König, Saul, mit seinen drei Söhnen den Tod fand. Von Zerin (Jesreel) aus zieht sich diese Hügelreihe, 10—15 km breit, südostwärts bis zur steilen Gebirgswand im Jordanthal, welche südlich von Beisän (Scythopolis) die Westseite des Ghör (s. d.) begrenzt. In alter Zeit scheint das Gebirge stark bewaldet gewesen zu sein. Von diesem Waldreichtum ist heute nichts mehr übrig; dagegen liegt der kahle Kalkfelsen häufig offen zu Tage, und nur an den sanften Südabhängen trifft man grünes Weideland, Getreidefelder, einzelne Gärten und Gruppen von Ol- und Feigenbänmen. Der Nordabhang des G. fällt steil gegen Beisän hin zu einem breiten, fruchtbaren Thale Heume Beisan) ab, welches nördlich vom Kleinen ermon (Dschebel ed-Dähi) begrenzt wird. Wie einst eine Straße von Scythopolis uber die Höhe des G. nach Samaria führte, so läuft noch eine J%„ seit alter Zeit von Jesreel durch den Wadi Beisan über die Stadt gleichen Namens zum Jordan hinab. Nahe jener erstern Straße, auf einem der südlichen Vorberge des G., liegt das Dorf Faküa, von welchem das ganze Gebirge heutzutage den Namen Dschebel Faküa trägt. Doch hat sich auch der alte Name G. wenigstens in dem großen Dorfe Dschelbön an jener Straße, auf einer felsigen Höhe am Südabhange des Gebirges, erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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