FeedEnglish Pronunciationo
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

English Pronunciationo, 4 Bde., Lond. u. Berl. 1869—76), nicht weniger wichtig ist Sweets Werk Iistory of English Soundso (Lond. 1874). Das Englische zerfällt in viele Dialekte. Schon in ältester Zeit kann man drei Dialekte unterscheiden (s. Angelsächsische Sprache und Litteratur), um deren Darstellung sich vor allen Sweet verdient gemacht hat (ogl. Dialects and Prehistoric Forms of Englisho in den Transactions of the Philological Societyo, 1875—76), neuerdings aber Sievers (Angelsächs. Grammatiks, Halle 1882). Auch im Altenglischen und Neuenglischen lassen sich drei Hauptdialekte wahrnehmen: der südliche, westliche und nördliche. Zum ersten gehören Kent, Susser, Surrey, Hamp und Esser; ferner Norfolt, Suffolk, Cambridge, Huntingdon, Leicester und Rutland; endlich die Dialekte des Binnenlandes. Zum zweiten zählen Dorset, Somerset, Devon und Cornwall; ferner Wilt, Berk, Orford und Gloucester. Den dritten bilden Northhumberland, Durham, York, Cumberland und Westmoreland. Den as Nord. zum Binnenlande bildet Lincoln. An das 9 Eim Tina schließt sich das Schottische an, d. h. der im Tieflande Schottlands gesprochene Dialekt. Bei der großen Verbreitung des Englischen über die ganze Erde ist es selbstverständlich, daß in den verschiedenen Ländern das Englische verschieden lautet. Das Englische in den Vereinigten Staaten Nordamerikas hat seine eigentümliche eine Wenae viele ihm eigentümliche Ausdrücke und eine Menge von Wörtern, welche teils aus den Indianersprachen, teils aus den Sprachen der Einwanderer entnommen sind. (S. Amerikanismen.) Dasselbe gilt von dem in Australien, Ostindien, China, in Südafrika und sonst gesprochenen Englisch. Am eigentümlichsten entwickelte sich das Negerenglisch, wie es in Amerika, Westindien und Guiana gesprochen wird, durch afrik. Sprachen stark beeinflußt. Eine Grammatik darüber versuchte Helmig van der Vegt zu schreiben (Proeve eener handleiding om het Negerengelscho Amsterd. 1844). Zur Erforschung der engl. Dialekte hat sich 1873 eine Gesellschaft in London gebildet: die „English Dialect Societyo. Von — — Dialekten hat das Schottische die bedeutendste Litteratur, welche bis ins 14. Jahrh. zurückgeht. Der schott. Wortschatz ist gesammelt von Jamieson (Etymological dictionary of the Scottisho, 2 Bde., Lond. u. Edinb. 1808; Supplemente, 4 Bde., 1841; seitdem öfters, auch abgekürzt von Johnstone und Longmuir). Eine gründliche Arbeit über diesen Dialekt schrieb Murray (The dialect of the Southern counties of Scotlando, in den Transactions of the Philological Society, 1873). Doch auch andere Dialekte, besonders die westlichen, weisen eine reiche Litteratur auf. Die ersten Versuche zur grammatischen Bearbeitung der engl. Sprache finden sich in den lat. Grammatiken von John Colet, Dechant von St.⸗Paul's, gewöhnlich Pauls Accidence Guerst um 1510) genannt, und von W. Lily (zuerst Lond. 1542). Die erste eigentlich engl. Grammatik verfaßte William Bullokar (A brer grammar for Englisho, Lond. 1586). Unter seinen Nachfolgern erlangten das höchste Ansehen Johnson (1706), N. Bailey (1726), Rob. Lowth (1762), Thomas Sheridan (1786), Horne-Tooke in den Diversions of Purleyo, und Lindley Murray, ein geborener Amerikaner Guerst 1795). Ein Werk des mühsamsten Fleißes ist Goold Browns „Grammar of English grammarso (Bost. 1851). Durch den Einfluß der histor. und vergleichenden Philologie ist auch die engl. Grammatik in ein neues Stadium getreten. Lathams Werk «On the English languagen (Lond. 1841 u. öfter) ging noch nicht über die von Jak. Grimm in seiner „Deutschen Grammatiko gewonnenen Resultate hinaus und ist seitdem vielfach überholt worden, namentlich von Marsh, Lectures on the English language (4. Ausg., Neuyork 1872); Earle, The philology of the English tonguen (2. Ausg., Oxf. 1873); Morris, „Historical outlines of English accidencen (2. Ausg., Lond. 1872); Adams, «Elements of the English languages (öfter aufgelegt) u. s. w. Sehr bedeutende Leistungen für die wissenschaftliche Erforschung der engl. Sprache verdankt man auch den Deutschen. Zuerst erschien die «Wissenschaftliche Grammatik der engl. Spracher von Fiedler und Sachs (2 Bde., Lpz. 1850—61; neu bearb. 1. Bd. von Kölbing, Lpz. 1877), dann die zwei bedeutendsten Grammatiken: Mätzners Engl. Grammatiko (2. Aufl., 1. Bd. in 3. Aufl., Berl. 1874—76) und Kochs »Historische Grammatik der engl. Spracher (3Bde., Weim. und Gött. 1863 -69; Bd. 1 und 2 neu herausg. von Zupitza, Kassel 1881). Das erste bedeutendere engl. Wörterbuch stellte Bailey (Lond. 1728) zusammen. Trotz der etymol. Mängel und mancher Sonderbarkeiten hat sich bis heute in England behauptet Johnsons Dictionary of the English languagen (2 Bde., Lond. 1755; neu bearb. von Latham, 4 Bde., Lond. 1866); Richardsons New Dictionary of the English languager (2 Bde., Lond. 1835—37; neu bearb. 1860) ist beachtenswert wegen der Citate von den ältesten 2* ten an, aber der etymologische Teil ist wertlos. Mit Recht wird sehr geschätzt Noah Websters Pictionary of the English language (2 Bde., Neuyork 1828; neu bearb. von Goodrich und Porter, Lond. 1882); wichtig ist auch Worcesters Dictionary of the English languagen (Bost. 1846 u. öfter). Englisch-deutsche und deutsch-englische Wörterbücher ver-Wörterbuchv (2 Bde., Lpz. 1827; 3. Aufl. 1848; eine 4. Aufl. gänzlich neu bearb. von Felix Flügel, ist 1883 in Vorbereitung); ferner Lucas dem sehr viel aber nicht so zuverlässig als Flügel, indem sehr viel Archaistisches und Dialektisches ohne Bemerkung unter dem Neuenglischen steht); Hoppe, «Engl.⸗ deutsches Supplement-Lexikon, eine Ergänzung zu allen erschienenen Wörterbüchern, besonders zu dem von Lucaso (Berl. 1871). Die Wörterbücher von Lucas und Hoppe sind vergriffen. Kleinere engl.⸗ deutsche und deutsch-engl. Wörterbücher sind: Flügels «Praktisches engl.⸗deutsches und deutsch-engl. Wörterbuche (2 Bde., Lpz. 1846; 14. Ausg. 1883); ferner sind zu nennen die von Lucas (2 Bde., Bremen 1853 —64), Thieme (2 Bde., 13. Aufl., Braunschw. 1875), Grieb (7. Aufl., 2 Bde., Stuttg. 1873) u. a. Bedeutende etymologische Wörterbücher sind: Ed. Müllers «Etymologisches Wörterbuch der engl. Spraches (Köthen 1865; 2. Aufl. 1878—79); Walter Skeats Etymological Dictionary of the English languages (Oxrf. 1878—82). Altengl. Wörterbücher: Coleridge, &Glossarial Index to the Printed English Literature of the 13th Centuryy (Lond. 1859); Stratmanns umfangreicheres Dictionary ef the old English languagen (3. Aufl., Krefeld 1878; Supplement 1881). Noch weit ausführlicher angelegt ist Mätzners Altengl. Wörterbuche (2. Teil der «Altengl. Sprachprobeno, Berl. 1878 fg.). Ferner sind zu erwähnen: Halliwell, Dictionary of Archaic and Provincial Wordso (7. Aufl., 2 Bde., Lond. 1872) und Wright, Dietionary of Obsolete and Provincial Englisho be Bde., Lond. 1857). Altengl. Lesebücher gaben eraus: Mätzner, «Altengl. Sprachprobenv (2 Bde., Berl. 1867—69); Zupitza, Altengl. Übungsbuchv (Wien 1874; 2. Aufl. 1881); Wülcker, «Altengl. Lesebuche (2 Tle., Halle 1874—80); Morris und Skeat, aSpecimens of Early Englisho (3 Tle., Orf.) und Skeat, Specimens of English Literature, from the Ploughmans Crede to the Shepheardes Calendero (Oxf.). Aus der großen Zahl der neuengl. Chrestomathien seien erwähnt: Freiligraths «Rose, Thistle and Shamrocko (nur Poesie enthaltend) und Herrig, British Classical Authorso. Von allgemeinern Werken verdient noch Erwähnung: Storm, „Engl. Philologies (übersetzung seiner Englisk Filologie, 1. Tl., Die lebende Sprachev, Heilbr. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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