Englische Sprache. Soweit die Geschichte zurückweist, wurde im jetzigen England zuerst keltisch mwerTei (S. Kelten.) Die kelt. Sprache zerfiel in zwei Teile: 1) im Norden in die gälische oder irische Sprache (Irisch, Schottisch und den Dialekt der Insel Man); 2) im Süden in die kymrische Sprache, d. h. in das Wallisische in Wales in den Dialekt von Cornwall; auch die gallische Sprache gehörte dazu. Das Irische weist die ältesten Denkmäler auf, in Irland ist auch jetzt noch das Keltische am meisten verbreitet, Walss f. es im Hochlande von Schottland und in Wales stark im Abnehmen, in Cornwall aber schon seit Ende des 18. Jahrh. verschwunden ist. Die Römerherrschaft übte keinen Einfluß von irgend welcher edeutung auf das Keltische. Nur in Ortsnamen zeigen sich Spuren des Römertums. Weit mehr Latein brachte die Einführung des Christentums in die kelt. Dialekte; dasselbe drang wohl schon im 1. Jahrh. aus dem Morgenlande, nicht von Rom aus, spätestens im 2. Jahrh. in Britannien ein. ö Als dann im Laufe des 5. Jahrh. die Angeln Sachsen, Jüten und Friesen in großer Menge nach Britannien kamen und, 16 mit den bereits in diesem Lande angesiedelten Germanen verbindend, dauernd in Britannien niederließen, drang die german. Sprache bald westlich bis Devon und Cornwall, nördlich bis in das Tiefland von Schottland, südlich und östlich bis an die Küste vor. Augustin bekehrte um 600 die Angelsachsen zum Christentum, und bald war dies Volk eifrig für Ausbreitung der neuen Lehre bemüht. Angelsächsisch wurde neben Latein Sprache der Litteratur und der Kirche; Keltisch brachte, abgesehen von manchen Worten, diesem nichts Neues zu; größer ist schon die Zahl der durch das Christentum neu aufgenommenen Wörter. Im Norden Englands macht sich bald starker Einfluß des Nordischen (Dänischen) geltend, sowohl im Wortschatz als in der Flexion; dieser Einfluß nimmt zu bis zum 11. Jahrh. Mit der Schlacht bei Hastings wurden 1066 die Normannen Herren von England. Am Hofe und bei den Vornehmen sprach man nun nur Normanno-Französisch. Das Angelsächsische erhielt sich im Volksmunde, doch liefert die Litteratur des 12. Jahrh. wenig Neues: man begnügte sich, vorhandene angelsächf. Schriften abzuschreiben und zu bearbeiten. Erst am Anfange des 13. Jahrh. findet sich eine Wendung zum Bessern. Unter König Johann erfolgte die politische Einigung der Normannen mit den Angelsachsen, nun mischten sich auch die beiden Sprachen und so entstand das Englische. Am Ende des 13. Jahrh. blühte die engl. Litteratur und gewann im 14. Jahrh. unter Eduard III. durch Chaucer den Sieg über das Französische. Im letzten Viertel des 14. Iungen wurde Französisch auch als Gerichtssprache aufgegeben. Das 15. Jahrh. mit seinen Bürgerkriegen war der Litteratur wenig günstig, im 16. dagegen entfaltete sich Dichtkunst und Prosa in glänzendster Weise und die Sprache nahm die Gestalt an, welche sie, abgesehen von der Orthographie und vielen veralteten Wörtern, jetzt noch hat. Durch die großen Dichter des 16. und 17. Jahrh. schritt die Sprache rasch in ihrer Ausbildung vorwärts und wurde bald eine der reichsten Sprachen der Welt. An Formen hat sie allerdings außerordentlich verloren und kann sich z. B. mit der deutschen darin nicht messen, 906 wurde sie dadurch auch einfacher in der Wortfügung und leichter im grammatischen Bau. Die Hauptschwierigkeit beim Erlernen derselben liegt jetzt in der Aussprache, die nicht nur vielen Willkürlichkeiten unterworfen ist, sondern zum Teil auch der Mode. Dem Engländer selbst macht die Aussprache oft Mühe, daher die große Menge der orthoepischen Werke in England. Das bekannteste unter ihnen ist wohl das von Walker Londener pronouncing dictionaryo, zuerst 1791 in London erschienen), das bedeutendste wissenschaftliche über die Entwickelung der engl. Aussprache das von Ellis (On Early