FeedEosin
NaturlehreBrockhaus 1882

Eosin, ein prachtvoll roter, zum Färben von Seide und Wolle dienender Farbstoff, der c1874 von Baeyer und Caro entdeckt wurde und von der Badischen Anilin⸗ und Sodafabrik in den Handel gebracht wird. Es ist Tetrabromfluorescein C2%H, Br. O.. In der Färberei wird vorzugsweise ein sog. wasserlösliches Eosin angewendet, welches das Kaliumsalz des zweibasischen Tetrabromfluorescein ist C.oHg K. Br. Oz.6H. O. Man erhält das erstere, indem man eine Lösung von 1 Teil Fluorescein (s. d.) in 4 Teilen Eisessig mit einer Lösung von 2 Teilen Brom in 10 Teilen Eisessig mischt, wobei es sich nach einigem Stehen in gelbroten Krystallen abscheidet. Das wasserlösliche E. entsteht, indem die Krystalle mit einer zur Lösung derselben unzureichenden Menge von Kalihydrat erwärmt werden. Nach der Filtration wird bei sehr mäßiger Wärme zur Krystallisation verdampft, wobei sich das Kaliumsalz des Tetrabromfluoresceins in undeutlichen, undurchsichtigen Krystallen abscheidet. Das Kaliumsalz ist ungemein leicht löslich, die konzentrierte wässerige Lösung ist dunkel gelbrot, auf Zusatz von viel Wasser wird die Flüssigteit rotgelb mit ungelber decht und. Die Lösung saar Wolle und Seide leicht und liefert schön rosafarbene Ruancen mit gelblichem Stich. Cötvös (spr. Stt-wösch, Jos., Baron), ungar. in Hen ur und Staatsmann, geb. 3. Sept. 1813 in Ofen, studierte in Pest Philosophie und Jurisprudenz und trat, nachdem er 1833 die Advokaten-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VI. prüfung in die amtliche Laufbahn, welche er aber bald verließ, um sich ausschließlich der Litteratur zu widmen. Seit 1830 schon veröffentlichte er mehreres, namentlich die Lustspiele Kritikusoko ustigen) und die Tragödie Boszün (Racher), die Rene d Beifall fanden. Nach der Rückkehr von einer Reise durch Deutschland, Frankreich, England, die Schweiz und die Niederlande erschien seine Schrift über Gefängnisreformo, Pest 1838; deutsch, 0 1842), die eine ganze Litteratur hervorrief und den Anstoß zu mannigfachen Reformen auf diesem Gebiete in Ungarn gab. Dem folgte sein Roman Karthausie (eDer Kartäusero, Pest 1838, deutsch, 6. Aufl., Wien 1872), welcher wiederholte Auflagen erlebte und als eins der besten Produkte der ungar. Litteratur zu bezeichnen ist. Die Regsamkeit, die seit Kossuths Auftreten in der Journalistik entstand, zog auch C. an, und seine in dem Kossuth-Szechenyischen Kampfe für erstern gegen letztern verössentlichte Schrift: Kelet népe és a Pesti Hirlap⸗ (Pest 1841) übertraf durch Klarheit und gewandte Dialektik selbst die Kossuths. Als die Liberalen sich päter (1844) in Municipalisten und Centralisten palteten, wurde E. einer der beredtesten Wortfuhrer der letztern. Ungefähr um diese Zeit erschienen von ihm auch zwei größere Romane: «A' falu' jegyzöjen (Der Dorfnotaro, 3 Bde., Pest 1844; deutsch von Mailäth, 3 Bde.; 3. Aufl., Pest 1872) und Magyarorszäg 1514-ben (Ungarn im J. 1514r, 3 Bde.; Pest 1847; deutsch von Dux, 3 Tle., Pest u. Lpz. 1850), von denen der erstere das Komitatsleben der Gegenwart, letzterer den Dözsaschen Bauernaufstand von 1514 mit meisterhafter Treue und Lebensfrische schildert. Nach der Märzrevolution von 1848 zum Kultusminister ernannt, entsprach E. wohl den Anforderungen seines Portefeuille, aber nicht den stürmischen Zeitverhältnissen. Er verließ nach der erfolgten Auflösung des Ministeriums Batthyänyi das Land und ging nach München, wo er bis 1851 verblieb und sich ausschließlich mit litterarischen Studien beschäftigte. Die bedeutendste Frucht derselben ist: Der Einfluß der herrschenden Ideen des 19. Jahrh. auf den Staato (ungar., 2 Bde., 1851; deutsch, 2 Bde., Wien u. Lpz. 1851-54). In deutscher Sprache erschien von ihm Die Gleichberechtigung der Nationalitätend (2. Aufl.; Wien 1851). Viel Aufsehen machte seine anonyme Schrift: „(Die Garantien der Macht und Einheit Osterreichso (Lpz. 1859), welche rasch hintereinander vier Auflägen erlebte. E. wurde 1856 zweiter Präsident der Ungarischen Akademie und erntete als solcher großen Ruhm durch seine akademischen Festreden, welche 1868 gesammelt erschienen Magyar irök és ällamfértiaky, d. h. Ungar. Schriftsteller und Staatsmännero). Auf dem kurzen Reichstag von 1861 war er Repräsentant der Stadt Ofen. Hierauf widmete er sich wieder mehr der Politik. Er begründete 1865 das «Politikai Hetilapo (Polit. Wochenblatte). Von dem Augenblicke an, als man in Ungarn die Aussicht gewann, wieder ein eigenes, dem ungar. Parlament verantwortliches Ministerium zu besitzen, stand der Name E. in vorderster Reihe derjenigen, die von der öffentlichen Meinung des Landes als Mitglieder dieses künftigen Ministeriums bezeichnet wurden. Diese Erwartung ward durch das königl. Handschreiben vom 18. Febr. 1867 verwirklicht, durch welches E. zum Kultus- und Unterrichtsminister ernannt ward. In seinem Ressort, namentlich im Unterrichtsdepartement, entfaltete er eine eifrige und segensreiche Thätigkeit. Ein unbestreitbares Verdienst erwarb er sich durch das ehnfahete wat (1868), welches den Schulzwang einführte und im allgemeinen die Volksschule zu einem vom Konfessionalismus unabhängigen Gemeindeinstitut machte. In allen polit. Fragen nahm E. eine hervorragende Stellung im Ministerium wie auch im Reichstage ein, wo er als einer der bedeutendsten Redner galt. Nach dem Ableben Dessewsfsys (1866) wurde er zum Präsidenten der Ungarischen Akademie gewählt. Er starb am 2. Febr. 1871. Sein Denkmal (Bronzestatue von Adolf Huszar) auf dem Cötvösplatz (früher Franz-Josephplatz) in Budapest wurde 25. Mai 1879 enthüllt. E. gehörte zu jenen hervorragendern ungar. Staatsmännern der Neuzeit, deren patriotische Thätigkeit sich wesentlich in der von Deäk eingeschlagenen liberalen und nationalen Bahn bewegte. Eine Gesamtausgabe seiner Werke ist im Erscheinen begriffen. Sein Sohn Roland Baron E., geb. 1848, seit 1872 Professor der höhern Physik an der Universität zu Budapest, hat sich durch mehrere tüchtige phCosoisc Arbeiten hervorgethan. ozoische Formation nannten manche Geosolan die azoische oder archäische Formation (s. d.), solange man die organische Abstammung des sog. Cozoon für bewiesen hielt, um durch diesen Namen anzudeuten, daß die früher für azoisch, also clebloso gehaltene Urformation die Reste der frühesten Lebewesen in sich berge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 209Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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