Ephialtes, athen. Parteiführer, der Sohn des Simonides oder Sophonides, ein Athener adeliger Abkunft, aber von demokratischer Gesinnung, der nach der Vertreibung des Themistokles aus Athen kühn und entschlossen an die Spitze der jüngern demokratischen Richtung trat, welche sich zu der mehr aristokratisch und konservativ gefärbten innern und äußern Politik Cimons in scharfen Gegensatz stellte. Als edler und uneigennütziger Mann und tüchtiger Sachwalter, wurde E. der aristokratischen Partei sehr lästig durch die Zähigkeit und Schärfe, mit welcher er bei der Rechenschaftsablegung der Beamten auf ein gewissenhaftes Verfahren drang. Historisch bedeutend für Athen wurde er dadurch, daß er in inniger Allianz mit seinem jüngern Freunde Perikles vor allem darauf ausging, die polit. Übermacht des Areopags zu brechen, dessen diskretionäres Veto gegenüber den Beschlüssen des Rats und der Gemeinde jeder von ihm und Perikles erstrebten neuen Ausdehnung der Rechte des Demos hinderlich war. Es gelang ihm wirklich, im J. 461½/60 v. Chr., die Revolution durchzuführen, welche den Areopag auf seine richterliche Kompetenzbeschränkte. Aber die Erbitterung der oligarchischen Elemente des Adels war so groß, daß E. bald nachher (457) durch Meuchelmord aus dem Wege geräumt wurde.