FeedEubulos
GeschichteBrockhaus 1882

Eubulos, einer der unheilvollsten athenischen Staatsmänner des 4. vorchristl. Artegs gebore Bald nach Ende des Peloponnesischen Kriegs geboren und etwa seit seinem 30. Jahre in Sartes defen thätig, gehörte er in der Zeit nach der Schlacht bei Leuktra (371 v. Chr.) als welcheein des Aristophon zu der Theben em Partei, welche ein gutes Verhältnis zu Theben empfohlen. Später von Aristophon getrennt, setzte er bei der schwierigen Lage der athenischen Finanzen im J. 355 v. Chr. den übereilten und schmachvollen Frieden durch, der den dauernden Austritt der grßten Inseln aus Athens Sym-Rune sanktionierte. Ein geschickter Finanzmann, stand er seit 354 v. Chr. mehrere F. als Schatzmeister an der Spitze der attischen Finanzverwaltung, deren Richtung durch ihn für lange festgestellt wurde. Besonders bedeutsam aber wurde sein Einfluß durch seine Stellung an der Spitze des Theorikon, nämlich der Kasse für die athenischen Belustigungsgelder, der er nun ein höchst schädliches überewicht verschaffte. In einer Zeit, wo für Athens Zukunft alles davon abhing, daß gegenüber der Eroberungspolitik des macedon. Philipp die Athener ihre Kräfte sammelten und mit Frische, Nachdruck und Entschlossenheit ihre und die griech. Interessen überhaupt schlagfertig edent huldigte E., obwohl er persönlich nicht so edenkliche Beziehungen zu König Philipp unterhielt wie sein Schüler Aschines, namentlich seit 346 dem schlimmen Prinzip, den Frieden mit Macedonien um jeden Preis zu erhalten. Vorzugsweise schlimm wirkte er durch einen 350 v. Chr. erzielten Volksbeschluß, welcher jeden Antrag, die „Belustigungsgeldere zu Kriegszwecken zu verwenden, mit der Todesstrafe bedrohte. Die Gewöhnung des Volks an üppige Genüsse jeder Art, zu welchen E. die überschüsse der öffentlichen Kassen verbrauchte, und die Duldung zahlreicher Mißbräuche in Steuersachen von seiten der reichern Burger wirkten höchst lähmend und erschlaffend. Ein eifriger Gegner dieses Mannes war Demosthenes; doch gelang es ihm zu spät (340 — 338 v. Chr.), das System des E. zu brechen, dessen Tod bald darauf erfolgte. Vgl. Schaefer, Demosthenes und seine Zeite (Bd. 1, Lpz. 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 410Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6