Epitadens, ein spartan. Ephore (wahrscheinlich um den Beginn der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. v. Chr., nach dem Tode des Königs Agesilaos), der im Gegensatz zu den uralten Lykurgischen Satzungen, welche auf die möglichst gleichmäßige Erhaltung des dorischen Grundbesitzes in den Händen der spartiatischen Familien gerichtet waren, die für Sparta hochgefährliche Neuerung durchsetzte, vermöge welcher es nun erlaubt sein sollte, den Grundbesitz zwar nicht durch Verkauf, wohl aber durch Schenkung und Testament an irgend einen beliebigen, der Familie Fremden übergehen zu lassen. Damit begann die schlimme Praxis, dank welcher die spartiatischen Güter allmählich in den Händen einer nur kleinen Zahl großer Familien sich zusammenballten.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 234Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei