FeedEquisstum J.
PflanzenreichBrockhaus 1882

Equisstum J., die einzige noch lebende Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Equisetaceen. Man kennt nur 25 Arten, von denen etwa 11 in Deutschland vorkommen. Ein Teil derselben hat zweierlei Stengelformen, eine sterile zweigbildende und eine fertile zweiglose, bei den andern werden Sporangienstände und Seitenzweige an denselben Stengeln Hofene Bei den erstern erscheinen die chlorophylllosen spargelähnlichen fertilen Sprossen sehr bald im Frühjahr, die sterilen chlorophyllführenden dagegen später. Hierher gehört das unter den Namen Scheuerkraut, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Duvock bekannte lästige Ackerunkraut E. arvense L., dessen tief in den Boden hinabsteigende Rhizomäste nur schwer auszurotten sind. Da die Pflanze nur in nassem, schwerem Boden gedeiht, so kann man sie durch geeignete Entwässerung, durch Drainage u. s. w. am besten entfernen. Die Stengel derselben waren früher als Herba Equiseti minoris offizinell. Ferner gehört hierher die größte deutsche Art E. Telmateia Einl., die stellenweise bis zu 2 m hoch wird. Einige Arten, wie E. silvaticum L. und E. pratense Eurl., haben zwar ebenfalls fertile und sterile Stengel getrennt, doch bilden die fertilen nach der Sporenreife noch Seitenwege und ergrünen ebenso wie die sterilen Stämme. In diejenige Gruppe, bei welcher sterile und fertile Stämme nicht getrennt sind, gehören unter andern das unter dem Namen Polierschachtelhalm oder Polierheu bekannte E. hiemale L. mit etwa Im hohen, meist astlosen Stengeln, die von Tischlern und Drechslern zum Polieren des Holzes benutzt werden. Die Halme dieser Art waren früher offizinell unter dem Namen Uerba Eguiseti majoris. Die größte jetzt noch lebende Equisetum-Art ist das in Südamerika wachsende E. giganteum L., dessen Halme eine Höhe von 10 muerreichen; sie sind jedoch so dünn, daß sie sich nur aufrecht erhalten können, wenn sie sich an benachbarte Bäume anlegen. Alle Equisetum-Arten enthalten bedeutende Mengen von Kieselsäure in der Epidermis (E. hiemale 97 Proz. der Asche), wodurch sie eine gewisse Härte und Rauhigkeit erhalten. Beim Verbrennen hinterlassen sie deshalb ein zartes Kieselskelett, welches die Formen der Halme noch ziemlich vollkommen zeigt. Wegen dieses Gehaltes an Kieselsäure werden viele Arten, wie E. silvaticum, pratense, arvense, palustre L. als Scheuerkraut, oder andere, wie hauptsächlich E. hiemale zum Polieren verwendet. Von den fossilen Formen, die man zur Gattung E. rechnet, oder auch früher unter dem Namen Equisetites zusammenfaßte (ogl. Equisetaceen), sind hauptsächlich zu erwähnen: das im Buntsandstein auftretende E. Mougeotii Schimp., dessen Stamm gegen 20 em dick war und jedenfalls eine ganz bedeutende Höhe erreichte; ferner gehört hierher das im untern Keuper häufige E. avenaceum Jaeg., dessen Halme ebenfalls eine Dicke von 20 em und eine Höhe von 8—10 m erreichten. Bei einigen Exemplaren der letztern Art ist die Scheide sehr gut erhalten, sie ist gegen 3em lang und hat etwa 120 Zipfel. Auch die Rhizome sind noch erhalten, und mit diesen eigentümlich knollenartig entwickelte Rhizomteile, die etwa die Größe eines Hühnereies haben. Solche knollenartig ausgebildete Rhizompartien kennt man übrigens auch bei einigen lebenden Equisetum-Arten, nur erreichen sie hier kaum die Größe einer Haselnuß. „Eauitationsanstalt, die für die bayr. Armee in München bestehende Reitschule. In Ssterreich bestehen Artillerieregiments-Equitationsschulen zur Ausbildung von Artillerieoffizieren und Kadetten, in größern Städten Infanterie-Equitationsschulen für Infanterieoffiziere.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 241Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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