Erben (Karl Jaromir), czech. Gelehrter und Schriftsteller, geb. 7. Nov. 1811 zu Miletin, besuchte das Gymnasium Königgrätz und studierte in Prag die Rechte. Nachdem er hierauf einige Jahre im Staatsdienst verbracht, bereiste er die Archive in Böhmen und beteiligte sich eifrig an den nationalen Bestrebungen seiner Landsleute. Im J. 1851 wurde er Archivar der Stadt Prag, machte 110 um die Organisierung des Stadtarchivs sehr verdient und publizierte Regesta diplomata nec non epistolaria Bohemiae et Moraviae (bis zum J. 1253 reichend, Prag 1855); Die Primatoren der königl. Altstadt Prago (1858); 4Geschichte der königl. privilegierten prager bürgerlichen Scharfschühen⸗ (Bd. 1, 1868). Außer diesen historischen Arbeiten machte er sich besonders verdient durch eine vorzügliche Sammlung czech. Volkslieder (3 Bde., Prag 1813 u. öfter), denen die Melodien folgten. Im Geiste dieser Lieder dichtete er selbst einen Strauß⸗ (Kytices, 1853 u. öfter) von Balladen. Ferner veröffentlichte ereine histor. Chrestomathie 3 — aus der czech. Litteratur (15. bis 18. Jahrh. 2 Bde., 1859—640, gab altezech. Werke heraus: von S titnij (1852), Huß (3 Bde., 1864—68) u. a. Als Vorarbeiten zur Aufstellung eines Systems der slaw. und tritich sollten dienen: eine czech. Übersetzung u ische —55 von Nestors russ. Annalen (1868) und vom Liede vom Heereszug Igors und der Zadonstina (1869), ferner Samm 1 Dr. slaw. Volksmärchen (insbesondere 100 in den Originaldialekten unter dem Titel 4Slovanskä Fitankay, „Slawisches Lesebucho, Prag 1864), doch wurde C. an der 5 21.2 dieses Plans durch den Tod verhindert, der 21. Nov. 1871 zu Prag erfolgte.