FeedEbert (Karl Egon, Ritter von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ebert (Karl Egon, Ritter von), wurde 5. Juni 1801 zu Prag geboren, wo sein Vater beeideter Landesadvokat und fürstlich fürstenbergischer Hofrat war, erhielt seine wissenschaftliche Bildung teils durch den Vater und in der gräfl. Löwenburgschen Akademie zu Wien, teils auf der Universität zu Prag. Bei dem durch litterarische Bildung ausgezeichneten Fürsten Karl Egon zu Fürstenberg wurde er 1825 Bibliothekar und Archivar zu Donaueschingen, 1829 Rat und Archivdirektor und 1848 Hofrat. Seit 1833 war er auch bei der Verwaltung der in Böhmen liegenden Besitzungen des Fürsten als Konferenzrat angestellt. Im J. 1857 in den Ruhestand versetzt, lebte er seitdem zu Prag seinen poetischen und schriftstellerischen Arbeiten. Als Dichter zeigte sich E. schon frühzeitig äußerst produktiv, und namentlich verfaßte er zahlreiche Dramen. eng erlangte er jedoch durch seine lyrischen und epischen Leistungen. Den «Gedichteno GPrag 1824) und Dichtungene (2 Bde., Prag 1828; 3. Aufl. 1845), in welchen eine Anzahl trefflicher Balladen und Romanzen sich finden, ließ er die größern Werke «Wlasta, ein böhm.nationales Heldengedicht in drei Bücherns (Prag 1829) und Das Kloster, idyllische Erzählung in fünf Gesängeno (Stuttg. 1833) folgen, die sich durch lyrischen Schwung wie Reinheit und Eleganz der Sprache auszeichnen. Von E.s dramatischen Arbeiten aus späterer Zeit ist namentlich das Drama „Bretislaw und Juttaz (Prag 1835), das seit 1829 besonders in Prag mit Erfolg aufgeführt wurde, hervorzuheben. Auch «Das Gelübder wurde 1864 zu Prag mit Beifall aufgeführt. Als neuere Erzeugnisse seiner lyrischen Muse veröffentlichte E. den Sonettenkranz Ein Denkmal für Karl Egon, Fürsten zu Fürstenbergo (Prag 1855) und Fromme Gedanken eines weltlichen Mannes» (Lpz. 1859), serner ein kleines episches Gedicht: Eine Magyarenfraus (Wien 1865). Im J. 1871 wurde E. in den österr. Ritterstand erhoben; er starb 24. Okt. 1882 in Prag. Seine «Poetischen Werke sind in sieben Bänden (Prag 1877) erschienen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 712Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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