Erbsenstein (Pisolith) nennt man denjenigen Kalkstein, welcher aus erbsengroßen, kugelrunden Körnern mit ausgezeichnet konzentrisch-schaliger und radial-faseriger Dwsammenfehung besteht, wie dies die nachstehende Abbildung zeigt; er ist daher eigentlich ein volithischer Kalkstein mit größtmöglicher Deutlichkeit der Strukturbeziehungen. Ein Kalkcement tritt sehr zurück oder ist gar nicht vorhanden, indem die Körner sich gegenseitig berühren. Der kohlensaure Kalk der Kugeln gehört indessen hier nicht dem Kalkspat, sondern dem Aragonit an, was damit zusammenzuhängen scheint, daß der E. nur als Absatz aus heißen Mineralquellen sich ablagert. Die konzentrischen Aragonitschalen haben meistens als innersten Kern ein Quarzkörnchen, Feldspatstückchen oder anderes fremdes Partiechen uberkrustet; im Spiel der aufsteigenden kalkhaltigen Quellwasser wurden die wachsenden Kügelchen schwebend erhalten und in steter drehender Bewegung so lange umhüllt, bis sie zu schwer geworden, niederfielen und sich mit den bereits fertigen vereinigten. Bisweilen überspannt auch eine äußere gemeinsame Schalenzone * oder mehr innere kleinere Kügelchen. Abwechselung von hellern und von gelblichbraunen (vielleicht durch organische Stoffe gefärbten) Zonen macht den Schalenaufbau noch deutlicher. Die schönsten, oft zu Platten Bobmen E. liefern die Thermen von Kaxlsbad in Böhmen; andere Fundpunkte sind der Festungsberg bei Ofen und Felsö-Lelocz in Ungarn, Vogelsberg in Oberkrain, Vichy-les-Bains.