Erbse ist der deutsche Name der zur 17. Klasse des Linneschen ier ae und zur Familie der Schmetterlingsblütler gehörigen Gattung Pisum. Ihre Arten, in CEuropa und Westasien heimisch, sind einjährige, saftvolle, blaugrüne, kahle Kräuter mit zerbrechlichen, ästigen Stengeln, paarig gefiederten Blättern, deren Stiel in eine Ranke ausläuft, großen blattartigen Nebenblättern und blattwinkelständigen, langgestielten, wenigblütigen Trauben. Die Blüten haben einen zweilippigen Kelch, eine große, zurückgeschlagene Fahne und einen an der untern Seite tiefrinnigen, an der obern Seite bärtigen Griffel. Die Frucht ist eine längliche, unreif stets zusammengedrückte, aber später aufgetriebene, oft fast walzige, vielsamige Hülse. Zu dieser Gattung gehören einige unserer wichtigsten Hülsenfrüchte. Es scheint drei Hauptkulturarten zu geben: die Ackererbse (P. arvense L.), die Saat⸗ oder Gartenerbse (P. sativrum L.) und die Zuckererbse (P. saccharatum Host.). Andere nehmen bloß zwei Arten, die beiden zuerst genannten, an. Bei der Ackererbse sind die Blütenstiele einblütig, die Blumen violett oder purpurn, die Samen kugelig, oben und unten eingedrückt, marmoriert, die Schalen der zuletzt bald walzigen, bald zusammengedrückten Hülsen an ihrer Innenseite mit einer anfangs abziehbaren Basthaut versehen, die gedrängt stehenden Samen kugelrund oder fast viereckig (die viereckige, Lupinenerbse oder Markerbse, P. quadratum Mill.), während die Zuckererbse schwertförmige, fleischige Hülsen ohne Basthaut auf der innern Schalenfläche und entfernt stehende, eingedrückte Samen hat. Deshalb können von letzterer Art die unreifen Hülsen ganz und gar verspeist werden, während von P. sativum nur die Körner und allenfalls die Schalen der jungen Hülsen, nachdem man sie cabgezogend hat, genießbar sind. Die Ackererbse findet sich wild oder verwildert hier und da auf Erbsenfeldern, besonders aber häufig im „Gemenger der Landwirte. Sie scheint in Deutschland heimisch zu sein. Die Saat- und die Zuckererbse Bammen aus Asien und werden in einer großen Menge von Ab-⸗ und Spielarten, die man in niedrige und hochgehende, frühe und späte, weiß- und buntblühende, grau⸗ und gelbsamige u. s. w. einteilen kann, angebaut. Die durch ganz Europa verbreitete Erbsenkultur ist zwar alt, war jedoch den Römern und Griechen nicht bekannt. Gegenwärtig wird der Erbsenbau in den südeurop. Ländern in bei weitem größern Maßstabe betrieben als wie in Deutschland. Die Samen der E. bieten reif und unreif Menschen und Vieh eine sehr nahrhafte und angenehme Speise; auch das Erbsenstroh ist ein gutes Viehfutter. (Vgl. Tafel: Gemüse l.) Unter den verschiedenen Insekten, welche den E. Schaden bringen, ist namentlich ein kleiner Rüsselkäfer, Bruchus pisi, der Erbsenkäfer, zu bemerken. Dieses 4 mm lange, grauschwarze Insekt bohrt seine Eier in die ganz jungen Schoten, in jeden Samen eins. Die aus dem Ei entstehende Larve frißt das Innere des heranwachsenden Samens auf und verpuppt sich schließlich in dem reif gewordenen, aber hohlen Samen. In Nordamerika, auch bisweilen in Deutschland, hat dieser Käfer schon große Verheerungen angerichtet. Durch mehrstündiges Erwärmen der Erbsen auf 40 R. werden die Larven des Käfers getötet. Von den pflanzlichen Parasiten der E. ist besonders der Erbsenrost, Uromyces pisi, schädlich; derselbe bildet auf den Stielen, Blättern und Schoten rötlichbraune und dunklere Flecken, welche aus den Sommer⸗, beziehungsweise Wintersporen des Pilzes bestehen. Stark mit Rost befallenes Erbsenstroh ist mit Vorsicht zu füttern. (gana.