Aragönit ist ein im rhombischen System aroid als Kombination von Prisma, Brachypinakoi und Brachydomay krystallisierendes, farbloses oder schwach ut rope rötlich oder violett gefärbtes Mineral mit großer Neigung zur Zwillingsbildung, wobei die Prismenfläche die Zwillingsebene darstellt. (S. Abbildung.) Wie der rhomboädrische Kalkspat besteht der A. chemisch aus kohlensaurem Kalk. Diese Erscheinung, daß eine und dieselbe chem. Verbindung in zwei verschiedenen Krystallformen auftreten kann, Aiten man lange Zeit dadurch erlären zu sollen, daß der A. noch einen andern wesentlichen Bestandteil in seiner Zusammensetzung führe, welcher die abweichende Form bedinge, und als Stromeyer (1813) darin einen eiehm an kohlensaurer Strontianerde nachwies, schrieb man diesem die daß die jenes Umstandes zu. G. Rose zeigte jedoch, daß die Bildungstemperatur die aragonitische Form oder die des Kalkspats bedingen kann, indem sich auf künstlichem Wege nach Belieben dieser oder jener Körper erzeugen läßt. Versetzt man nämlich in der Siedehitze eine Lösung von Chlorcalcium mit einer Lösung von kohlensaurem Ammoniak, so entsteht ein Niederschlag, welcher aus kleinen Aragonitkrystallen besteht und auch das spezifische Gewicht derselben, nämlich 2,9 bis 3,, besitzt. Vermischt man beide Lösungen bei gewöhnlicher Temperatur, so entsteht Kalkspat. Man findet auch den A. oft da, wo man auf eine Einwirkung höherer Temperatur Iuen kann. So besteht der karlsbader Sprudelstein aus A., der durch Eisenocher meist rot, braun bis schwärzlich gefärbt ist. Ausgezeichnete Krystalle des A. fand man zuerst bei Molina und Valencia in Aragonien, woher sie auch ihren Namen erhalten haben. Der Ä. kommt häufig vor; er findet sich voralli in vulkanischen Gegenden, z. B. in den Basaltgebirgen des böhm. Mittelgebirgs, in der Auvergne u. s. w.; ferner auf vielen Eisenstein-Loplen Auch viele Tropfsteine in den Kalksteinhöhlen werden nicht aus Kalkspat, sondern aus A. gebildet. Bei Tarnowitz in Schlesien kommt mit A. vor (Tarnowitzit), der 2,9s wiegt und 2—3,8 Proz. kohlensaures Bleioxyd enthält. Die Anwendung des Minerals ist beschränkt. Der karlsbader Sprudelstein wird zu Nippsachen geschliffen.