FeedErbswurst
GeschichteBrockhaus 1882

Erbswurst, eine von dem Koch Grünberg in Berlin erfundene, im Deutsch-Französischen Kriege von 1870/71 zum ersten mal in großartigem Umfange als Verpflegungsmittel der deutschen Truppen verwendete Konserve. Dieselbe besteht aus drei Sorten Erbsmehl, und zwar je einem Teil gedämpften, kondensierten und doppelt-kondensierten, aus bestem Rinderfett, auf 0,75 abgedämpft, aus entöltem Speck, auf je einen Teil fetten zwei Teile magern, mit Zusatz von einpassierten Zwiebeln und verschiedenen unen Bnn zur Erhöhung der altbarkeit. In luftigen Räumen aufbewahrt, erält sich die E. Jahre hindurch. Hinsichtlich der ahrhaftigkeit steht die E. ungefähr auf gleicher Stufe mit Linsen⸗ oder Bohnenmehl. Vor dem Genuß muß sie in Wasser aufgekocht werden und wird zu dem Ende entweder in Würfel geschnitten und in Suppenform genossen oder im ganzen gekocht und als Wurst gegessen. Während des Kriegs geschah die Herstellung der E. in Berlin in einer eigens zu diesem Zwecke auf Staatskosten errichteten Fabrik, welche anfänglich täglich 14000 Pfd., späterhin aber bis 130000 Pfd. produzierte und im ganzen 9—10 Mill. Pfd. lieferte. Auch die große Militärkonservenfabrik zu Mainz, welche im ei vollem Betriebe er bedeutende Quantitäten dieses sowohl für die erpflegung der Feldtruppen wie zur Verproviantierung der Festungen trefflich geeigneten Fabrikats herzustellen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 258Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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