Dogiel (Matthias), namhafter poln. Geschichtsforscher, geb. um 1715 im Wilnaer Kreise, stammte aus adeligem Geschlechte, trat in den Piaristenorden und ward Lehrer des jungen Grafen de Campo, mit dem er sich, zugleich zu seiner eigenen Ausbildung, auf die leipziger Universität begab. Nach seiner Rückkehr nach Polen wurde D. Rektor des Piaristenkollegiums in Wilna und gründete hier nach Konarskis Beispiel ein Konvikt für adelige Jünglinge. Als gründlicher Kenner der poln. Geschichte dem König August III. empfohlen und von diesem unterstützt, bereiste er darauf Deutschland, Frankreich und die Niederlande als Abgesandter der poln. Republik, durchforschte die Archive und Bibliotheken und sammelte eine sehr große Anzahl authentischer Urkunden, die er nach seiner Rückkehr in acht großen Bänden ordnete und zu veröffentlichen begann, als ihn der Tod 24. Febr. 1760 überraschte. Von dieser Sammlung: Codex diplomaticus regni Poloniae et Lituaniaen, sind nur der erste, vierte und D.en Teil erschienen (Warschau 175864), von enen der erste Teil die Friedensschlüsse und Verhandlungen Polens mit Böhmen, Deutschland, Frankreich und andern Staaten enthält, der vierte sich auf die poln.⸗preuß. Angelegenheiten, der fünfte auf Livland und Kurland bezieht. Die hinterbliebenen Manuskripte beabsichtigte König Stanislaw August drucken zu lassen, es kam zwar nicht dazu, doch hat Naruszewicz (I. d.) zu seiner poln. Geschichte aus ihnen geschöpft Die veröffentlichten Teile sind eine sehr wichtige Quelle nicht nur zur Geschichte Polens, sondern auch anderer Staaten. Ein anderes wichtiges Werk D.s: «Limites regni Poloniae et Lituaniaen (Wilna 1758), enthält Dokumente über die Grenzbestimmungen zwischen Polen, Brandenburg, Pommern und Rußland.