FeedEuskirchen
ErdkundeBrockhaus 1882

Euskirchen, Kreisstadt im Regierungsbezirk Köln der preuß. Rheinprovinz, Landgerichtsbezirk Bonn, im 15. bis 17. Jahrh. Hauptort des jülichschen Ostlandes, 35 EKm im SW. von Köln, an den nördl. Ausläufern der Eifel, in 167 m . Kr am Veybache, unweit der Erft und an einem Knotenpunkte der (ehemaligen) Rheinischen Eisenbahn (Station der Linien [Köln-IKalscheuren-Trier, Bonn-E. und Düren-C. der Preußischen Staatsbahnen), ist Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts (nit Gerichtstagen in Lechenich und Zülpich), hat zwei kath. Kirchen, eine Kapelle, ein evang. Bethaus, eine Synagoge, ein kath. Progymnasium, ein schönes Rathaus, ein Kranken⸗ und ein Waisenhaus, eine Gasanstalt und zählt (1880) 6958 C. (6574 Katholiken, 214 Evangelische, 170 Juden), wel 20 zum Teil bedeutende Tuchfabriken, eine Wollspinnerei, elf Gerbereien, eine Bleiweißfabrik, drei Dampfmühlen, sechs Brauereien, eine Seifen⸗, eine Zucker⸗ und eine Strumpfwarenfabrik, eine Lohmühle, eine Eisengießerei, sowie mehrere Tuch⸗ und Kolonial-Großhandlungen unterhalten. Woll⸗, Kram⸗ und Viehmärkte werden hier abgehalten. In der Umgebung befinden sich Kalksteinbrüche und Braunkohlenlager, mehrere Ziegeleien und zwei Kalköfen. Nahebei liegt die Burgruine Hardsburg mit schöner Fernsicht. — Der Kreis Euskirchen zählt auf 366,37 qkm (1880) 39 989 E. (38 773 Katholiken, 397 Evangelische, 819 Juden), mithin 109 E. auf 1 qkm. Der Bodenbenutzung nach sind 74,3 Proz. des Areals Acker⸗ und Gartenland, 12,7 Proz. Holzungen, 5,9 Wiesen und 2,38 Proz. Weiden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 446Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6