FeedErhard (Johann Christian)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Erhard (Johann Christian), vorzüglicher Radierer, geb. in Nürnberg 21. Febr. 1795, zeigte als Kind bereits große Begabung für die ialich dod Künste, sowie für Musik. So war es möglich, daß er bereits zehnjährig in der akademischen Zeichenschule seiner Vaterstadt Aufnahme finden konnte, wo ihm das Studium nach der Landschaft und na dem Tiere besonders wichtig wurde. Im J. 1816 begab er sich nach Wien, wo er drei Jahre verlebte und eine große Anzahl geistreicher Blätter herausgab, von denen ein Teil in vier Heften erschienen sind. Seine Radierungen bekunden den Einfluß des Waterloo und Swanevelt, auch war seine freundschaftliche Beziehung zu Heinrich Reinhold, welcher vorzugsweise nach H. Roos arbeitete, nicht ohne Bedeutung. Sehr schöne Blätter aus dieser Zeit sind: der Schneeberg von Klosterthal aus, die Landschaft mit der Betsäule, das Mädchen mit den Zieen, Buchberg, Hohensalzburg u. s. w. Der Künst1er hoffte für seine geschwächte Gesund eit Stärkung in einem wärmern Klima und reiste eshalb 1819 nach Rom; er verfiel aber immer mehr in tiefe Melancholie uber sein körperliches Leiden und machte endlich 18. Jan. 1822 in Rom seinem Leben ein freiwilliges Ende. E. gehört mit G. A. Klein, Gauermann, Passini u. a. zu den ausgezeichneten, auf der Basis der Niederländer stehenden Realisten der alten wiener Landschaftsschule, welche die natürliche Wahrheit dem Prinzip der stilisierten akademischen Ideallandschaft entgegensetzten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 285Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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