Erich XIV., geb. 13. Dez. 1533, König von Schweden (1560—68), der älteste Sohn und Nach-1 folger Gustav Wasas, ist durch sein —4 — Geschick berühmt geworden. Er war nicht ohne Begabung, aber von leidenschaftlicher Heftigkeit, mißtrauisch und astrol. Träumereien ergeben, die ihn bis zu Verbrechen und Geistesverwirrung fortrissen. Die ersten Jahre seiner Regierungverliefen am hesten. C. erwarb Reval und Estland, bekriegte die Dänen u. s. w.; auch schuf er zuerst einen die den Adel (Grafen und Freiherren). Aber durch den ö Einfluß seines Kanzlers, Göran Persson, durch l seine Verbindungen mit Buhlerinnen, deren eine, Karin Mänsdotter, er später (1567) heiratete, ward er dem Adel entfremdet. Noch mehr verbitterte ihm das Leben das Verhältnis zu seinen Brudern Johann, Magnus und Karl, welche der Vater mit großen Lehnsherzogtümern ausgestattet hatte, und von denen er nun Gefahr für seine Krone fürchtete. Der älteste, Johann, Herzog von Finland, knüpfte wirklich verräterische Verbindungen mit Polen an und ward deshalb von 1563—67 gefangen gehalten. Der zweite, Magnus, ward wahnsinnig, nachdem E. ihn überredet, das Todesurteil Johanns zu unterschreiben, das jedoch nicht vollstreckt wurde. Auch den hohen Adel fürchtete der König und ließ endlich auf den Verdacht einer Verschwörung hin eine Anzahl der Vornehmsten gefangen setzen und ermorden (1567). Das Reich geriet in maßlose Verwirrung, und 1568 empörten sich die Brüder Johann und Karl gegen den König. Stockholm ward genommen, der König chronun und mit Zustimmung der Stände zur Entthronung und ewiger Haft verurteilt. Johann bestieg den Thron 1569. Da jedoch wiederholt Verschwörungen und Aufstände zu Gunsten des gefangenen Königs ausbrachen, so beschlossen Johann und der Reichsrat, ihn aus dem Wege zu räumen. Wahrscheinlich, aber nicht erwiesen, ist, daß dieses Todesurteil vollstreckt wurde. Der Tradition nach bekam E. Gift in einer Erbsensuppe, worauf er 26. Febr. 1577 starb. Die Geschichte E.s XIV. ist von schwed. Dichtern mehrfach dramatisch behandelt worden, in Deutschland von Kruse in der Tragödie König Einer seiner Söhne von der Karin, Gustav Erichson, ward aus Schweden entfernt und bei den Jesuiten in Polen erzogen, später ein eifriger Schüler des Kaisers Rudolf II. in der Alchimie; später wurde er vom russ. Zar Boris Godunow zum Eidam ausersehen, was er aber abschlug, da er dessen polit. Absichten gegen Schweden nicht teilen wollte. E. starb, nach zeitweiliger Haft, 1607 in der kleinen Stadt Kaschin in Rußland.