Essen (Hans Henrik, Graf von), schwed. GSchioß feldmarschall, geb. 26. Sept. 1755 auf Schloß Kafveläs in Westgotland, stammte aus einer alten livländ. Familie, bildete sich in Upsala und Göttingen und trat hierauf in schwed. Kriegsdienste. Bei einem Turnier in Stockholm machte er durch seine Schönheit und Gewandtheit auf Gustav III. einen so Ginmhng Eindruck, daß er von dieser Zeit an der ünstling des Königs wurde, der ihn mit Gütern und Ehren überhäufte. Er war des Königs Begleiter auf dessen Reisen durch Italien, Frankreich und Deutschland und folgte ihm 1788 bei Beginn des Kriegs gegen Rußland nach Finland. Als der Feldzug vor der kleinen Feste Nyslott scheiterte, begleitete ihn E. nach Gotenburg, das die Dänen von Norwegen aus unter dem Prinzen Karl von Hessen als Rußlands Verbündete bedrohten. Die Volkserhebungen, die dann zur Verteidigung des Landes in ganz Schweden entstanden und bei deren Organisation auch E. thätig war, trugen zum Waffenstillstande bei, der bald zu Stande kam. Stets der Begleiter des Königs, war er auch an dessen Seite, als derselbe auf dem Maskenballe tödlich verwundet wurde. Unter den nachfolgenden Regierungen genoß E. ebenfalls ein batte Ansehen, fungierte 1795—97 als Oberstatthalter in Stockholm und begleitete (1796) den Herzog von Södermanland und den jungen König Gustav IV. auf der Reise nach Petersburg, worauf er 1800 zum Generalgouverneur in Pommern ernannt wurde und Stralsund 1807 zwei Monate lang verteidigte, bis er in seiner bedrängten Lage sich erst entschloß, einen ehrenvollen Waffenstillstand vom franz. Marschall Mortier anzunehmen. Als aber darüber der König unzufrieden war, nahm E. seinen Abschied und zog sich auf seine Güter zurück. Erst nach der Thronentsagung Gustavs IV. (1809) wurde er wieder in den Reichsrat gerufen und 29. April 1809 in den schwed. Grafenstand erhoben, 1810 zum Reichsmarschall und 1811 zum denömesl Karle ernannt. Im Auftrage des neuen Königs, Karl XIII., der Bernadotte (Karl XIV.) als Kronprinzen adoptierte, ging E. als Gesandter nach Paris, um den Frieden mit Frankreich zu schließen, wodurch Schweden wieder auf kurze Zeit in den Besitz von Pommern gelangte. Im J. 1813 erhielt E. unter dem Kronprinzen (Karl XIV.) den Befehl über die gegen heder Reie bestimmte Armee. Nach Vereinigung beider Reiche wurde er Reichsstatthalter über Norwegen, norweg. Feldmarschall und Kanzler der Universität zu Kristiania. Von SzumHen wurde er zwar 1816 entlassen, aber 1817 zum Generalbefehlshaber in Schonen ernannt. Er starb 28. Juni 1824 im Bade Uddewalla in Schweden. Sein Briefwechsel mit Karl (XIV.) Johann (1814—-16) ist von Y. Nielsen (Kristiania w1867) veröffentlicht worden. Von der in Livland zurückgebliebenen Linie erwarb sich besonders Graf Peter Kirilowitsch E. einen Namen. Er wurde 1123. Aug. 1772 geboren, trat früh in russ. Militärdienste, war 1800 bereits Generallieutenant, Kriegsgouverneur von Wiborg und Inspektor der finl. Expedition, 1817 Kriegsgouverneur von Orenburg und Befehlshaber des Grenzdistrikts. Im J. 1819 zum General der Infanterie ernannt, wurde E. 1830 Kriegsgouverneur von Petersburg, Glied des Reichsrats und 1./13. Juli 1833 in den russ. Grafenstand erhoben. Im J. 1842 nahm er seinen Abschied und starb 23. Sept. (7. Okt.) 1844 in Petersburg. Er war verheiratet mit der Schwester des russ. Komponisten Lwoff (s. d.), hatte mit ihr einen Sohn: Graf Alexander Petrowitsch E., der als Oberst 1828 bei der Belagerung von Varna siel, und eine Tochter: Gräfin Alexandra Petrowna E., verheiratet an den Grafen Jakob Steenbock-Fermor, die für ihren Sohn, laut Ukas vom 1/13. Aug. 1835, das Recht erhielt, ihn Graf Essen-Steenbock-Fermor zu nennen, damit der Name der Grafen E. in Rußland nicht aussterbe.