Fairbairn (Sir William), ein ausgezeichneter Ingenieur und Mechaniker, der sich durch seine dungsgabe und ausdauernden Fleiß vom Grubenarbeiter und ihen Baht um berühmten Konstrukteur und reichen Fabrikbesitzer emporschwang, wurde am 19. Febr. 1789 in Kelso (Schottland) von armen Eltern geboren. Seine erste, höchst mangelhafte Ausbildung erhielt er in Neweastle. Während er als Lehrling in den Kohlengruben von Percy Main arbeitete, wurde er mit George Stephenson (s. d.) bekannt und befreundet und der Ideenaustausch mit diesem regte ihn dazu an, mit beharrlichem uhuf seine Freistunden der Ergänzung seiner lückenhaften Kenntnisse zu widmen. Nachdem er seit 1810 an verschiedenen Orten Englands als Tagelöhner seinen Unterhalt erworben, ließ er sich 1816 in Manchester als Maschinenbauer nieder. Durch seine bedeutenden Verbesserungen an Spinnmaschinen erhielt er die Mittel zur Errichtung einer Fabrik und wendete von da an seine rastlose Thätigkeit auch andern Zweigen der Technik, wie der Konstruktion der Wasserräder und der Untersuchung der Festigkeit verschiedener Materialien zu. Um das J. 1830 begann er, sich mit Versuchen im Bau eiserner Schiffe zu beschäftigen; 1831 gelang es ihm, eins der ersten eisernen Schiffe zu Stande * bringen, und 1835 gründete er in Millwall bei London eine Schiffsbauanstalt, aus welcher bis zum J. 1849 nicht weniger als 120 eiserne Schiffe, sowie zahlreiche andere großartige Eisenkonstruktionen hervorgingen. Zum großen Teil verdankte er diese praktischen Erfolge den von ihm eingeführten Verbesserungen der betreffenden Hilfsmaschinen; auch konstruierte er die erste Nietmaschine für Kesselbleche. Vorzügliche Aufmerksamkeit schenkte er der Vervollkommnung des Eisenbahnbaues, insbesondere der Eisenbahnbrücken. Er stellte sorgfältige Untersuchungen über die zweckmäßigste Querschnittsform für Röhrenbrücken an und beteiligte sich 1847—49 mit Robert Stephenson am Bau der Britanniabrücke (s. d.). F. starb am 18. Aug. 1874 in Moor-Park bei Farnham, Surrey. Er war Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, wie der Royal-Society in London, des Fran-Piischen Instituts und der Königl. Akademie in Turin, Begründer und (seit 1861) Präsident der Britisb Association for the Advancement of Science, und seit 1869 zum Baronet erhoben. Er schrieb über die Verwendung des Eisens zu Bauzwecken: «Application of iron to building purposesv (1854), On cast and wrought iron for duilding purposeso (1864; 4. Aufl. 1870), A treatise on iron ship building, its history and progresso (1865). Eine Frucht seiner Mitarbeit am Bau der Britanniabrücke ist: Account of the construction of the Britannia tubular bridgey (1849). Seinen Bestrebungen im Lokomotivbau entspricht seine Schrift: Construction of boilers and boiler explosionso (1851). Seine Verbesserungen an Mühlen beschrieb er in: 4&A treatise on mills and mill-worko (2 Bde., 1861—63; 3. Aufl. 1871). Allgemeiner gehalten, doch gleichfalls voll praktischer Winke und Mitteilungen ist sein Werk: «Iron, its history, properties and processes of manufacturer (1861; 3. Aufl. 1869) und: Useful information of engineerso (3 Serien, 1856—66). Zahlreiche wichtige Abhandlungen über verschiedene technische Gegenstände finden sich in Philosophical transactionso, in (Reports Sein ältester Sohn, Sir Thomas F., geb. 1823 in Manchester, hat sich als freisinniger Beförderer gemeinnütziger Unternehmungen auf dem Gebiete der Kunst und sozialen Reform bekannt Mantef Die große Kunstausstellung von 1857 in nchester kam unter seinem Vorsitz zu Stande und bei den internationalen Ausstellungen von 1851 und 1862 war er als königl. Kommissar thätig.