FeedErneuerungsfonds
VerkehrBrockhaus 1882

Erneuerungsfonds nennt man diejenigen Summen, welche beim Betriebe eines industriellen Etablissements (Eisenbahn, Fabrih) regelmäßig vom Reingewinn abgeschrieben und zurückgelegt werden, um das Her gewordene Betriebsmaterial zu erneuern. Der E. ist also eine Gattung des Reservefonds (s. d.), sein Vorhandensein ist aber um so notwendiger, als die Abnutzung des Betriebsmaterials in absolut sicherer Aussicht steht, während bei nichtindustriellen geschäftlichen Unternehnmngen (Banken, Assekuranzen) nur für außer ewöhnliche Ereignisse oder Krisen die reservierten Summen in Anspruch genommen werden. 7 rationelle Geschäftsführung verlangt daher die Anlegung eines C.; erst nach Abschreibung des für seine jährliche Er-Reingem iun die Red Betrags kann von effektivem eingewinn die Rede sein, und nur der sich danach ergebende Überschuß darf bei Aktiengesellschaften als Dividende verteilt werden. Denn andernfalls würde faktisch nicht von den Erträgnissen, sondern vom Anlagekapital gezehrt werden, und nach Ablauf einer gewissen Zeit würde letzteres nur noch aus unbrauchbar, daher fast wertlos gewordenem Material bestehen. (Vgl. auch Deutsches Handelsgesetzbuch, Art. 217.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 308Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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