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GeschichteBrockhaus 1882

Ernst, Fürst von Anhalt, vierter Sohn Christians I. von Anhalt, geb. 19. Mai 1608 zu Amberg, ward seit 1618 am Hofe von Brieg erzogen, begleitete 1621 seinen Vater nach Schweden, von da nach Flensburg, bereiste 1622—25 die Niederlande, Dänemark und Italien, und war nach der Heimkehr am kaiserl. Hofe und im Lager Wallensteins, dem er bis Stralsund folgte, unermüdlich thätig, die Last der Einquartierung von Anhalt zu entfernen, was ihm auch teilweise gelang. Nur halbwillig übernahm der eifrig evang. Fürst von Wallenstein auf dessen vielseitiges Drängen den Befehl über ein Kavallerieregiment, jedoch nur unter der Bedingung, es auf den ital. Kriegsschauplatz zu führen. Hier zeichnete er sich 1629—31 wiederholt aus. Als er dann * Deutschland zurückbeordert wurde, litt es ihn nicht länger im kath. Lager; er trat in den Dienst Gustav Adolfs, lagerte mit einem Regiment vor Nürnberg, wo ihn ein Krankheitsanfall am Kampf verhinderte, und feußt dem König bei Lützen in den Tod. Er starb infolge eines Schenkelschusses zu Naumburg 1. Dez. 1632. Erust I., Markgraf von Baden, geb. 7. Okt. 1482, war der jüngste von den drei Söhnen des Markgrafen Christoph I., und erhielt bei der von seinem Vater vorgenommenen Teilung der Markgrafschaft das hochbergische Gebiet, dessen Regierung er 1516 antrat. Die Iiueh verursachte Zwistigkeiten unter den Brüdern, welche durch den Vertrag zu Worms 1527 geschlichtet wurden. Als der älteste Bruder Philipp 1533 ohne männliche Erben starb, entstand zwischen den überlebenden Brüdern, Gebirte und E., über die Verteilung des ererbten Gebietes ein neuer Streit. Durch Vermittelung des Kurfürsten von der Pfalz wurde eine neue Teilung der Markgraß Mrch vorgenommen und die Markgrafschaft Baden-Baden von der Markgrafschaft Baden-Durlach völlig getrennt. EC. erhielt Baden-Durlach. Dem td nicht abgeneigt, duldete er die erbreitung der evang. Lehre und hob mehrere Klöster auf, erklärte sich aber gegen jede zwangsweise Einführung dieser Lehre und gegen die Verwendung der Kirchengüter zu weltlichen Zwecken. Dem schmalkaldischen Bunde trat er nicht bei. Er starb 6. Febr. 1553; ihm folgte sein Sohn, der Markgraf Karl II.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 309Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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