Franz Albrecht, Prinz von Sachsen-Lauenburg, ein jüngerer Sohn des Herzogs Franz II., geb. 31. Okt. 1590, hat wahrscheinlich an den ersten Kämpfen der Aufständischen in Böhmen im Beginn des Dreißigjährigen Kriegs teilgenommen, trat jedoch bald in kaiserl. Dienste und befehligte ein Regiment, mit welchem er 25. Juni 1623 in Göttingen Latten Christian von Braunschweig überfiel. Walenstein vertraute ihm darauf drei Regimenter an und bediente sich seiner mehrfach bei polit. Verhandlungen. F. nahm nach dem Erlasse des Restitutionsedikts am mantuanischen Erbfolgekriege teil, verließ dann aus unbekannter Veranlassung den kaiserl. Dienst und schloß sich dem König Gustav Adolf von Schweden an, wobei er jedoch in Verbindung mit Wallenstein blieb. Mit Unrecht wurde er beschuldigt, den ahl in der Schlacht bei Lützen ermordet zu haben, wohl aber hat er den verwundeten König verlassen. F. trat hiernach als Feldmarschall in kursächs. Dienste, wurde nach Wallensteins Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. Tod auf einer diplomatischen Reise von kaiserl. Truppen aufgefangen und bis Okt. 1635 in Haft Ugehalten. Im J. 1641 warb er in Schlesien für den Kaiser Truppen an, wurde 31. Mai 1642 bei Schweidnitz von Torstenson geschlagen und starb infolge der in diesem Kampfe empfangenen Wunden 10. Juni 1642. Franz von Asisi, der Heilige, Stifter des Ordens der Franziskaner, geb. 1182 in der ital. Stadt Asisi, in der Nähe von Spoleto, trug den Taufnamen Giovanni und erhielt erst später von seinem [Vater Pietro Bernardone, einem reichen Kaufmann, den Beinamen Franziskus wegen seiner Fertigkeit im Gebrauch der franz. Sprache. Mit einem lebensfrohen Sinn vereinigte F. ein leicht erregtes Herz und führte als Jüngling ein ausgelassenes Leben. Im J. 1201 wurde F. auf einem Kriegszug gegen Perugia gefangen genommen und ein Jahr lang in Haft gehalten. Nach Hause zurückgekehrt, fiel er in eine schwere Krankheit, welche für ihn der Anlaß wurde zur Umkehr. Jetzt verlängte er nichts mehr, als Gottes Streiter zu werden. Zunächst wollte er Kriegsdienste übernehmen, aber neue Visionen belehrten ihn, daß die Pflege von Kranken und die Unterstützung von Dürftigen ein Gott wohlgefälligerer Dienst sei. Er bettelte Geld zusammen, verkaufte Tuchballen seines Vaters, um die St.⸗Damianskirche, die Kirche Portiuncula u. a. wieder herrichten zu lassen. Vom Vater verstoßen, lebte F. zwei Jahre als Einsiedler, bis er in der Portiunculakirche eine Predigt über Matth. 10, 9 fg. hörte. Jetzt verkaufte er alle Habe, legte eine braune Kutte und einen Strick an und zog Buße predigend im Lande umher. Bald schlossen sich gleichgesinnte Genossen ihm an, denen er 1210 eine Regel vorschrieb. Die Predigt der Buße an das verweltlichte Geschlecht war ihre Aufgabe, harte Ascese, besonders strenge Beobachtung des Armutsgelübdes, unbedingter Gehorsam gegen die Obern und demütiges Dienen gegen Kranke und Elende ihre wichtigsten Pflichten. Von seinen Genossen begleitet, begab sich F. nach Rom, um von Papst Innocenz III. die Bestätigung dieser Regel zu erhalten. Dieser erteilte sie jedoch vorläufig nur mündlich. F. kehrte nach Asisi zurück, und der Orden der Franziskaner, oder wie der Stifter ihn nannte, der «Mindern Brüder » (fratres minores) oder Minoriten, gewann immer mehr Mitglieder. Im J. 1212 verbreiteten sich die Brüder paarweise über Italien, 1215 erteilte die vierte Lateransynode dem Orden ihre Billigung, 1216 beschloß die erste Generalversammlung der Franziskaner, Brüder in alle Länder zu senden. Die förmliche Bestätigung des Ordens erfolgte erst 1223 durch Honorius III., der eine von F. entworfene kürzere Regel sanktionierte. F. zog 1213 Buße predigend nach Spanien, mußte aber einer Krankheit wegen wieder umkehren; 1219 ging er mit elf Schülern nach Agypten, wo ein Kreuzheer Damiette belagerte, suchte den Sultan Kamel zu bekehren, und wurde nach mehrfachen Proben seines Heldenmuts von demselben unverletzt entlassen. Nach Italien zurückgetehrt, Übertrug F. 1224 die Leitung des Ordens an Clias von Cortona als Generalvikar und zog sich als Einsiedler auf den Alverno zurück. Hier erschien ihm nach der Legende am Feste der Kreuzerhöhung 1224 Christus selbst als gekreuzigter Seraph und drückte ihm seine Wundmale auf. Daher erhielt F. den Beinamen Seraphischer Vater, der Orden den der seraphischen Brüder. F. starb am 4. Okt. 1226 in der Portunculatirche zu Assisi und wurde schon 1228 heilig gesprochen. Die Geschichte seines Lebens wurde mit zahlreichen Wunderberichten ausgeschmückt und in genauer Parallele zum Leben Jesu geschrieben. Die dem F. beigelegten Schriften, welche großenteils unecht sind, sind gesammelt herausgegeben von Joseph von der Burg: „B. Patris Francisci Assisiatis Opera omnias (Köln 1849). Sein Leben beschrieb eh Befehl Gregors IX. sein Gefährte Thomas de Celano, der Dichter von Dies irae, dies illas (1229), es wurde später (1246) ergänzt von Leo, Angelus, Ruffinus, drei andern Genossen. Die im Orden ausschließlich gebrauchte Legende schrieb Bonaventura. Vgl. Leben des heiligen F., aus dem Lateinischen von Chrysostomuso (Regensb. 1874); E. Vogt, «Der heilige F.v (Tüb. 1840); Hase, F. Ein Heiligenbilde (Lpz. 1856).