Erödium Herit. (Reiherschnabel), Pflanzengattung aus der Familie der Geraniaceen. Linné 14 61913 die hierhergehörigen Arten mit zur Gattung Geranium (s. d.). Man kennt gegen 50 Arten, die fast sämmtlich in der nördl. gemäßigten Zone vorkommen und besonders in den Mittelmeerländern verbreitet sind. Die gemeinste, in fast ganz Europa wachsende Art ist E. cicutarium Herit., der schierlingsblätterige Reiherschnabel, welcher häufig als Unkraut auf bebautem Boden und Schutt vorkommt. Diese einjährige, unangenehm riechende Pflanze, welche niedergestreckte, steifhaarige Stengel, doppeltfiederschnittige Blätter und kleine lilafarbene oder blaßrosenrote, etwas ungleichblätterige, in einfache Dolden gestellte Blumen besitzt, gilt beim Volke für ein gutes Wundmittel und, wenn man es bei sich trägt, als ein Schutzmittel gegen das Wechselfieber. Eine andere ebenfalls in Deutschland nicht seltene und in ganz Südeuropa verbreitete Art ist E. moschatum 40. die ganze Pflanze riecht nach Moschus und war früher unter dem Namen Herba Moschatae offizinell. Die spiralig gedrehten Fruchtschnäbel aller Erodien sind hygroskopisch. Besonders gilt dies von den überaus langen Schnäbeln des südeurop. E. ciconium Willd. und E. gruinum Weild., welche deshalb zu Zimmerhygrometern, d. h. als Wetterpropheten benutzt werden, indem dieselben bei feuchter Luft sich ausdehnen, bei trockener aber sich zusammenziehen.