Erotiker, Erotische Schriftsteller, d. h. Verfasser von erotischen Schriften, heißen in der Rom. Litteratur vorzugsweise die Verfasser von Romanen, in denen Liebe und Liebesverhältnisse eine bedeutsame Rolle spielen. Nachdem in den Zeiten der epischen Poesie Liebesverhältnisse nur vereinzelt und nicht im Vordergrunde der Handlung geschildert worden waren, und Frauenliebe selbst in der lyrischen Poesie zwar bei einzelnen Dichtern einen leidenschaftlichen Ausdruck gefunden, im ganzen aber doch nur den I batte, me eines kleinen Bruchteils der Lyrik gebildet hatte, nachdem s Schluchtensystem des Colorado. von jenen aus Sagen ten Liebesgeschichten in griech. Sprache in einem kleinen Werkchen des Parthenius, eines Schriftstellers augusteischer Zeit, überliefert, welches deshalb in die Sammlungen der «Scriptores eroticio aufgenommen worden ist. nders verhält es sich mit den breiter angelegten Romanen. Die Grundlage für diese lieferten den griech. Romanschreibern die von alters her bei den Griechen beliebten nderkaren von den teils merkwürdigen, oft wunderbaren und abenteuerlichen Erlebnissen auf entweder thatsächlich gemachten oder völlig erdichteten Reisen in wirklich vorhandenen und phantastisch ausgeschmückten oder auch ganz phantastischen Ländern. Dahin gehörten schon die Sagen von den Irrfahrten des Odysseus und den Abenteuern der Argonauten, das Gedicht von Aristeas, die Sagen von den Inseln der Seligen und den Hyperboreern, in gewissem Sinne auch die philos. Utopien. In alexandrinischer Zeit aber reihten sich nun daran die phantastischen Erzählungen von den Eroberungszügen Alexanders d. Gr. und an diese romanhafte Erzählungen von Reisen in fremde Länder mit wunderbaren Erlebnissen, wie sie Lucian in seinen Wahren Geschichteno arodiert hat. Aus der Verflechtung solcher phanta-l süschen Erzählungen mit Liebesgeschichten gingen die riech. Romane hervor, von denen noch eine größere nzahl, zum Teil wenigstens im Auszuge, erhalten sind. Zu Romanen mehr realistischer Art, die auch auf Sitten und Charakterschilderung angelegt sind, laäßt sich nur etwa der 7 des Lucian, den Apulejus lateinisch bearbeitet hat, rechnen. Dagegen geört der älteste griech. Roman, aus welchem noch ein Auszug erhalten ist, des Antonius Diogenes „Vierundzwanzig Bücher von den Wundern jenseit Thuler, 12 mehr zu den phantastischen Reiseberichten. ie übrigen erhaltenen Romane sind durchweg Produkte der 0. azweiten griechischen Sophistiko, d. h. der in der röm. Kaiserzeit neu aufdurch ihre kunstvollen Prosawerke eine neue Blüte der Litteratur zu bewirken und die Poesie zu ersetzen und zu überbieten. Schon in den eigentlichen übungsreden finden sich Liebesgeschichten als Stoff verwendet, die zum Teil aus den alten Quellen Leschößf sind und zum Teil neu erfunden sein mögen. Noch mehr ist dies der Fall in den zahlreichen fingierten Briefen, die von Sophisten, wie Alkiphron, Aristänetos u. a. verfaßt wurden. Und so erklärt es sich sowohl, daß Sophisten es auch unternahmen, Romane zu verfassen, als daß es ihnen dabei vor allem darum zu thun war, in Schilderungen, Reden, Monologen, Briefen ihre Kunst zu zeigen, während die höhere Aufgabe des Romans ihnen gar nicht in den Sinn kam. So sind denn diese Romane fast alle nach einer und derselben Schablone gearbeitet. Ein Liebespaar findet sich, wird dann getrennt, Braut und Bräutigam werden weit herum etrieben und erleben die mannigfachsten, abenteuerlichsten Schicksale, bis sie sich endlich wiederfinden. So ist der Verlauf bei Jamblichos und Xenophon von Ephesus, welche im 2. und 3. Jahrh. n. Chr. schrieben, sowie bei dem nur in lat. Bearbeitung 2Romanaa mit dem des Kenophon nahe verwandten oman«Apollonius von Tyruso, bei Heliodor, welcher wohl in der zweiten Hälfte des 3. Jahrh. n. Chr. lebte, und bei Achilles Tatius und Chariton, von denen der eine dem 5. 2* kaben der andere im 5. oder 6. Jahrh. gelebt haben wird. Nur Longos hat einen etwas selbständigern Weg eingeschlagen,‚ wie er auch — in einigen Beziehungen über die andern sich erhebt. Noch weit tiefer als diese sophistischen Romanschreiber stehen endlich die Romanschriftsteller byzant. Zeit, wie Eustathios Makrembolites, Theodoros Prodromos, Niketas Eugenianos, Konstantinos Manasses, von denen die drei letzten nicht mehr in Prosa, sondern in (iambischen oder den sog. politischen) Versen schrieben. Herausgegeben wurden sie von Mitscherlich in den Seriptoreserotici Graeciv (3 Bde., Zweibr. 1792-93), von Passow in „Corpus scriptorum eroticorum Graecorumv (2 Bde., Lpz. 1824—34), das aber nur den Parthenius und 18590 6 von Ephesus enthält, von Hirschig (Par. 1856) und am besten und vollständigsten von Hercher in den (Scriptores erotiei graecin (2 Bde., Lpz. 1858—59).