Erythrophyll (grch.), roter Farbstoff der Laubblätter, s. unter Blatisarbstoffe. sehen, also wörtlich Rotspflanzenlseher) ist der Name eines optischen Instruments. Bei hellem Sonnenschein zeigen sich im Blaulichte, etwa in einem Kasten aus Kobaltglas, die grünen Teile lebender Pflanzen, weil sie viel Chlorophyll enthalten, wegen der Fluoreszenz (s. d.), rot. Im vollen Sonnen⸗ oder zerstreutem, weißem Tageslichte ist dies nicht der Fall, weil die in solchem Lichte enthaltenen, nicht fluoreszierenden Strahlen vorwiegend sind. Schaltet man aber letztere mittels eines blauen Glases aus, so tritt die Wirkung der fluoreszierenden Strahlen isoliert und daher wahrnehmbar auf. In ähnlicher Weise verhält es sich, wenn man im Sannenglanze liegende frische Pflanzen durch ein blaues Glas betrachtet; man sieht diejenigen, welche viel Chlorophyll enthalten, darin rot. Hierauf beruht das E. von Simmler (1862). Dasselbe ist im wesentlichen ein Operngucker mit je zwei oder drei blauen Gläsern vor je einem Okular. Letztere haben einen elliptisch geformten Ansatz, um das Seitenlicht vom Auge abzuhalten. Durch dieses Instrument sieht man im direkten Sonnenlichte liegende Wiesen, Wälder u. s. w. dunkelrot. Da rote Gläser die übrigen Farbenstrahlen in einem andern Verhältnisse von ihrem Durchgange durch das Glas abhalten als blaue, so hat man auch CE., bei welchen das Okular aus übereinander gelegten roten und blauen Gläsern besteht. Das E. ist vereinfacht worden, indem man ihm die Form einer Brille mit den zuletzt genannten Gläsern gab. Weil das E. die Laper und größtenteils auch die grünen Strahlen vom Auge ausdenr N. so erscheint das dadurch Gesehene nur in dem Mischlicht der übrigen farbigen Strahlen, die von den beobachteten Objekten ausgehen. Infolge dessen sieht man durch das E. die Felsen violettgrau, die Wolken purpurrot, den heitern Himmel violettblau u. dgl. m.