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ErdkundeBrockhaus 1882

Eryx (ietzt RMonte-San-Giuliano) hieß im Altertum ein steiler gegen 750 m hoher Berg an der Westküste Siciliens. Auf halber Höhe des Bergs lag eine Stadt Eryx, auf der Spitze der Tempel der Venus Erycina (s. d.). Die Griechen leiteten den Namen von einem Sohne der Aphrodite, Eryx (s. d.), ab, der Stadt und Tempel erbaut haben sollte. Beides war ohne Zweifel ein Werk der Phönizier, welche hier eine Hauptstätte für die Verehrung ihrer großen Naturgöttin schufen, deren Kult sich von hier aus über Sicilien und Italien weit verbreitete. In dieser Göttin erkannten die Griechen ihre Aphrodite wieder, während die Römer sie mit ihrer Venus identifizierten. Pyrrhus nahm die Stadt im Sturm. Im ersten Punischen Kriege, wohl 261 v. Chr., wurde sie von Hamilkar zu Gunsten des nahegelegenen, leichter zu behauptenden und wichtigern Drepanum (Trapani) ihrer Einwohner beraubt und zerstört. Im J. 249 v. Chr. bemächtigten sich die Römer der Stadt und des Tempels, verloren aber erstere bald an Hamilkar Barkas, der sie bis zum Friedensschlusse (241 v. Chr.) behauptete. Die Römer thaten dann viel für den Tempel, in dessen Göttin sie die Mutter des Aneas verehrten, der auf seinen Irrfahrten auch hier gelandet sein und geopfert, nach Virgil den Tempel selbst erbaut haben sollte. Doch war die Stadt und der Tempel schon zur Zeit des Tiberius verödet und verfallen, sodaß auf Bitten der benachbarten Sebendiich Tiberius die Restauration des Tempels Hubr. He welche dann von Claudius ausgeführt wurde. Reste der Fundamentmauern des Tempels und eine Art Cisterne sind noch erhalten, auch unter der heutigen Stadtmauer Reste der Mauern, die einst den heil. Bezirk umgaben. oder von dem Argonauten Butes, wurde von den Sirenen verlockt, von Aphrodite aber gerettet. Er soll Stadt und empel auf dem Berge Eryr (. d.) erbaut haben. Als Herakles mit den Rindern des Geryon nach Sicilien gekommen war forderte ihn C. zum Ringkampf heraus. Nach Apollodor geschah dies um einen entlaufenen Stier, den E. nicht herausgeben wollte; nach andern setzte er den Besitz des Landes gegen den der Herde des Geryon als Preis ein. Herakles siegte, überließ aber den Einwohnern das Land zum freien Gebrauch, indeß nur so lange, bis einer seiner Nachkommen es fordern würde. Als aber dann nach der Sage wirklich ein spartanischer Königssohn Dorinus als Heraklide das Land forderte, wurde er zurückgewiesen und besiegt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 332Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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