FeedEschscholtz (Joh. Friedr. von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Eschscholtz (Joh. Friedr. von), Naturforscher und Reisender, geb. am 1./12. Nov. 1793 zu Dorpat, studierte daselbst Medizin und machte als Schiffsarzt 1815 unter Otto von Kotzebue die Reise um die Welt mit. In Verbindung mit Adelbert von Chamisso sammelte E. während dieser Reise eine Menge von Naturkörpern wie wissenschaftliche Beobachtungen und lieferte für den dritten Band von Kotzebues Entdeckungsreise in die Südsee und Beringsstraßer (Weim. 1821) folgende Arbeiten: «über die Koralleninseln, ihre Entstehung, Ausbildung und Eigentümlichkeitenv, Beschreibung einer neuen Affengattung Prebytis mitratav, MNaturhistor. und physiol. Bemerkungen über die Seeblaseno und „«Beschreibung neuer ausländischer Schmetterlinge: Papilio Kotzebue, P. Chamissonia, P. Krusensteérnia u. s. w.» E. zu Ehren nannte Kotzebue eine Bucht im Kotzebue-Sunde Nordwestamerikas die Eschscholtzbai, und Chamisso eine neue zur Familie der Papaveraceen gehörige Pflanzengattung Eschscholtzia Californica. Nach seiner Rückkehr 1819 zum außerord. Professor der Anatomie in Dorpat ernannt, wurde er im Juli 1828 von seinem Amte beurlaubt und begleitete als Naturforscher und Oberarzt zum iten mal Kotzebue auf seiner Reise um die Welt. uch diesmal verewigte Kotzebue E.) Namen, indem er eine ganze Inselgruppe in der Nähe der Pescadoren Eschscho * eln nannte. Nach seiner Rückkehr 1826 vermachte er seine reichen naturhistor. Sammlungen der Universität Dorpat und veröffentlichte seine Ubersicht der zoolog. Ausbeuter, die 2400 Tiere umfaßt, im zweiten Bande zu Kotzebues »Neuer Reise um die Welto (Weim. 1830). Besonders aber hervorzuheben ist E.' „Zoolog. Atlas, enthaltend Abbildungen und Beschreibung neuer Tierarten» (Berl. 1829—31) und sein »System der Axalephen oder medusenartigen Strahltiere » (Berl. 1829). E. starb 7./19. Mai 1834 zu Dorpat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 350Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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