FeedErkelenz
ErdkundeBrockhaus 1882

Erkelenz, ehemals befestigte Kreisstadt im Reierungsbezirk Aachen der preuß. Rheinprovinz, in sehr fruchtbarer Gegend, 40k:m im NO. von Aachen, auf einer Hochebene in 99m über dem Meere, an der Linie Aachen-Düsseldorf-Schwerte-Scherfede-Holzder Preußischen Staatsbahn, ist Sitz des Landratsamts, eines Amtsgerichts und eines Landwehrbezirkskommandos (2. Bataillon 5. Rhein. Landwehrregiments Nr. 65), hat zwei schöne kath. Kirchen (der 1475 neuerbaute 83 m hohe Turm der got. Kuwferplat erhielt 1880 eine Spitze aus Eisen⸗ und Rupferplatten), eine Synagoge, ein Hospital, eine höhere Schule mit Knabenpensionat, eine Volksbank mit Sparkasse und (1880) 4312 überwiegend kath. E. (nur 100 Evangelische und 47 Juden), welche Viehzucht sowie Getreide- und Flachsbau treiben, Bierbrauereien, Destillationen, Plüsch⸗, Leim- und Halbwollwarenfabriken unterhalten, Nadeln, Spitzen, Bänder, Leinwand, Firnis und Lack fabriieren und mit Getreide und Leinsaat handeln. — m J. 966 schenkte Kaiser Otto I. E. an das Marienstift zu Aachen, welches die Grundherrschaft über das Erkelenzer Gebiet bis 1794 ausübte; 1326 erhielt der Ort städtische Rechte, 1543 kam sie an Kaiser Karl V., 1579 an Jülich und Berg unter Beibehaltung des Geldrischen Landrechts; am 2. Okt. 1794 nahmen die Franzosen Besitz von der Stadt. — Der Kreis Erkelenz hat auf 288,96 km 38 561 E., wovon 36513 Katholiken und 191 Juden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 294Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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