FeedEusebius von Nikomedien
ReligionBrockhaus 1882

Eusebius von Nikomedien, Patriarch von Konstantinopel, der Erzieher des Kaisers Julian, mit dem er verwandt war, wurde zuerst Bischof von Berytos und dann von Nikomedien. Ein Freund nüchterner Bibelforschung und einer möglichst einfachen Dogmatik, trat er auf der Synode zu Nicäa als Beschützer seines Jugendfreundes Arius und später mit E. von Cäsarea als Haupt der vermittelnden Partei auf, welche von ihnen beiden den Namen der Eusebianer empfing. Unter Konstantin 325—328 nach Gallien verbannt, aber bald wieder eingesetzt, erlangte er, im Widerspruche mit älterm Kirchengesetze, infolge eines Machtspruchs des Kaisers Konstantius das Bistum der Reichshauptstadt (338) und leitete die antiochenische Synode (341), auf welcher der sog. Semiarianismus für den Orient symbolisch festgestellt wurde. Er taufte Konstantin kurz vor dessen Tode und starb 342. Ferner sind unter den Kirchenlehrern, welche den Namen E. führten, namentlich noch folgende herauszuheben: E., Bischof von Laodicea in Syrien, gest. 269, ein geborener Alexandriner, zeichnete sich als Diakonus der alexandrinischen Kirche durch seinen Heldenmut in der Verfolgung und durch seine aufopfernde Thätigkeit in der darauffolgenden Pestzeit aus. E., Bischof von Samosata am Euphrat, gest. um 379, einer der eifrigsten Vorkämpfer der nicänischen Lehre gegen den Semiarianismus. E., Erzbischof von Thessalonich um 601, ein gelehrter Bestreiter der Monophysiten (s. d.). Seine zehn Bücher gegen die Aphthartodoketeno sind verloren geganen. E., Bischof von Vercelli, gest. um 371, ein tandhafter Verteidiger der nicänischen Lehre, wurde unter Kaiser Konstantius 355 nach Skythopolis verbannt; nach dem Tode des Konstantius freigelassen, nahm er an der U zu Alexandria 362 teil und kehrte im folgenden —— 7 nach seinem Sprenel zurück. Die röm. Kirche feiert ihn irrtümlich als ärtyrer (am 11. Dez.). Einige Briefe von ihm sind noch erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 446Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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